Studie zeigt: Fehlverhalten am Arbeitsplatz wirkt ansteckender als Vorbildfunktion
Eine Untersuchung der Universität Amsterdam verdeutlicht, dass Regelverstöße von Mitarbeitern eine stärkere Signalwirkung auf das Team haben als korrektes Verhalten.

Forscher der Universität Amsterdam haben untersucht, wie sich Verhaltensmuster innerhalb von Gruppen etablieren. Die in der Fachzeitschrift Proceedings of the Royal Society B veröffentlichte Studie belegt, dass Mitarbeiter, die Regeln missachten, einen deutlich stärkeren Einfluss auf die Unternehmenskultur ausüben als leistungsorientierte oder regelkonforme Kollegen.
Für das Experiment wurden 750 US-amerikanische Teilnehmer kurz vor den Präsidentschaftswahlen 2024 beobachtet. Es zeigte sich, dass das Beobachten von Regelverstößen bei anderen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Beobachter selbst ebenfalls gegen Regeln verstoßen. Dieses Phänomen verdeutlicht, wie sich eine toxische Kultur in Organisationen schnell verbreiten und skalieren kann.
Die Ergebnisse unterstreichen die Herausforderung für Führungskräfte, den kulturellen Zusammenhalt in wachsenden Unternehmen zu steuern. Da das Management nicht jeden Arbeitsalltag direkt beeinflussen kann, bilden oft die Mitarbeiter mit dem problematischsten Verhalten die informellen Maßstäbe der Unternehmenskultur.