Studie: Ein Viertel aller Patienten täuscht Symptome vor, um Antibiotika zu erhalten
Eine in JAMA Network Open veröffentlichte Studie zeigt, dass über 25 % der befragten Erwachsenen Symptome falsch darstellen, um Antibiotika zu bekommen, die medizinisch oft nicht indiziert sind.

Eine von der Universität Utah geleitete Untersuchung zeigt, dass Patienten gezielt medizinische Informationen verfälschen, um Verschreibungen für Antibiotika zu erwirken. Die Analyse von Daten von mehr als 1.000 US-Erwachsenen belegt, dass dies bei einem erheblichen Teil der Patienten vorkommt, sei es für sich selbst oder für betreute Kinder.
Die Studie identifiziert die Übertreibung oder Erfindung von Symptomen als gängige Praxis. Dabei zielen Patienten häufig auf Infekte ab, die durch Viren verursacht werden, wie etwa gewöhnliche Erkältungen, bei denen Antibiotika wirkungslos sind. Dennoch führt dieses Verhalten in der Praxis häufig zu der gewünschten, jedoch medizinisch nicht notwendigen Verschreibung.
Dieses Phänomen steht im Zusammenhang mit der zunehmenden Gefahr von Antibiotikaresistenzen. Durch die Umgehung diagnostischer Standards tragen Patienten nicht nur zur Fehlmedikation bei, sondern erschweren zudem den verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika im Gesundheitswesen.