Studie: Nur 22 Prozent der Sportler suchen professionelle psychische Hilfe
Eine Meta-Analyse zeigt, dass lediglich 22 Prozent der Athleten psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen. Stigmatisierung und Angst vor beruflichen Nachteilen hemmen den Zugang.

Eine im Dezember 2023 veröffentlichte Meta-Analyse von 22 Studien belegt, dass nur 22,4 Prozent der Athleten professionelle Hilfe bei psychischen Problemen suchen. Die Daten verdeutlichen, dass trotz hoher Stressbelastung in Leistungssportumgebungen die Schwelle zur Inanspruchnahme therapeutischer Leistungen weiterhin hoch bleibt.
Als Hauptbarrieren identifizierte die Untersuchung die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen im Sport sowie Sorgen um die berufliche Zukunft. Viele Sportler fürchten, dass das Eingeständnis mentaler Probleme die Vertraulichkeit gefährdet oder sich negativ auf die Nominierung für Kader oder Teams auswirken könnte. Dieser Druck führt oft dazu, dass Unterstützung nur informell oder gar nicht gesucht wird.
Experten betonen, dass eine Verbesserung der mentalen Gesundheitskompetenz innerhalb der Sportkultur notwendig ist. Organisationen wie ISNation fordern eine stärkere Normalisierung des Themas durch offenen Dialog und eine leichtere Vermittlung an qualifizierte Dienste, um das soziale Stigma abzubauen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, dass Sportorganisationen sichere Rahmenbedingungen schaffen müssen, damit Athleten Unterstützung suchen können, ohne soziale oder berufliche Repressalien fürchten zu müssen.