Studie: Ehemalige Fußball-Profis berichten von kognitiven und psychischen Problemen im mittleren Alter
Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ehemalige Profifußballer im mittleren Alter vermehrt kognitive Schwierigkeiten und psychische Symptome aufweisen. Hirnscans zeigten strukturelle Unterschiede im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Neue Forschungsergebnisse, die am 12. Juli 2026 auf der Internationalen Konferenz der Alzheimer's Association® (AAIC®) in London vorgestellt wurden, liefern wichtige Einblicke in die Gehirngesundheit ehemaliger Elite-Fußballprofis. Die Studie, die erste und größte ihrer Art, verglich berichtete neurologische Symptome und den Gehirnstatus von Spielern mit dem von Personen ohne Vorgeschichte wiederholter Kopfstöße.
Unter den berichteten Symptomen erlebten ehemalige Spieler signifikant höhere Raten von Depressionen und Angstzuständen sowie subjektive Schwierigkeiten beim Denken und Entscheiden. MRT-Scans zeigten Unterschiede in der Gehirnstruktur zwischen den Spielern und einer Vergleichsgruppe gesunder Personen. Diese Ergebnisse stimmen mit wachsender Forschung überein, die die langfristigen Auswirkungen des Fußballspielens auf die Gehirngesundheit untersucht.
„Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass messbare Auswirkungen auf die Gehirngesundheit bei ehemaligen Elite-Fußballern bereits im mittleren Alter bestehen können, bevor neurodegenerative Erkrankungen typischerweise klinisch erkennbar werden“, sagte Caleigh Grace Lynch, M.Sc., Hauptautorin der Studie und Forschungstechnikerin am Imperial College London. „Obwohl wir keine signifikanten Unterschiede in objektiven kognitiven Tests fanden, beobachteten wir klare Unterschiede bei Symptomen und Gehirnstruktur.“
An der Studie nahmen 142 ehemalige Profifußballer und eine Kontrollgruppe von 56 gesunden Personen teil. Die Ergebnisse zeigten, dass ehemalige Spieler signifikant mehr Symptome von Depression und Angstzuständen sowie eine schlechtere Leistung bei Planung, Konzentration und Problemlösung berichteten. Fast ein Drittel der ehemaligen Spieler zeigte klinisch signifikante depressive Symptome im Vergleich zu 9 % der Kontrollgruppe.
Hirnscans zeigten bei ehemaligen Spielern im Vergleich zur Kontrollgruppe ein reduziertes Volumen an grauer Substanz in mehreren Hirnregionen, darunter die frontalen, cingulären und thalamischen Bereiche, die für Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung und Emotionsregulation wichtig sind. Die Forscher berichteten auch über Hinweise auf ein reduziertes Gehirnvolumen auf Gruppenebene bei Fußballspielern.