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Studie verbindet Schlafdefizit mit schlechterem Urteilsvermögen und erhöhtem Risiko

Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht ein starker Indikator für eine kürzere Lebenserwartung ist und stellen die Annahme in Frage, lange Arbeitszeiten seien produktiver.

27. Juli 2026
Studie verbindet Schlafdefizit mit schlechterem Urteilsvermögen und erhöhtem Risiko

Eine umfassende Studie der Oregon Health & Science University (OHSU) stellt die traditionelle Geschäftskultur in Frage, die Erschöpfung oft mit Engagement und Produktivität gleichsetzt. Die in der Fachzeitschrift Sleep Advances veröffentlichte Forschung legt nahe, dass Schlafmangel das Urteilsvermögen erheblich beeinträchtigen, das Risikoverhalten erhöhen und die Produktivität stärker schädigen kann, als viele Führungskräfte annehmen.

Die Forscher analysierten Verhaltensdaten aus über 3.000 US-Countys im Zeitraum von 2019 bis 2025 und korrelierten dabei lebensstilbedingte Risikofaktoren mit der durchschnittlichen Lebenserwartung auf County-Ebene. Die Studie ergab, dass weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht der zweitstärkste Prädiktor für eine verkürzte Lebenserwartung war, noch vor schlechter Ernährung und körperlicher Inaktivität, und nur von Rauchen übertroffen wurde.

Die OHSU-Ergebnisse deuten darauf hin, dass Schlafmangel den präfrontalen Kortex beeinträchtigt, den Hirnbereich, der für Urteilsvermögen, logisches Denken und emotionale Regulation zuständig ist. Diese Beeinträchtigung kann zu schlechten Entscheidungen und einer erhöhten unnötigen Risikobereitschaft im geschäftlichen Umfeld führen. Die Forschung verbindet Schlafmangel auch mit verstärktem Risikoverhalten, wobei sich die Effekte bei anhaltendem, teilweisem Schlafmangel kumulieren.

Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit breiteren Trends. Eine Umfrage der National Sleep Foundation aus dem Jahr 2025 ergab, dass 60 Prozent der erwachsenen Amerikaner nicht ausreichend Schlaf bekommen. Die RAND Corporation hat die jährlichen Produktivitätsverluste durch schlechten Schlaf in den USA auf 411 Milliarden Dollar beziffert. Die Studie legt nahe, dass eine Unternehmenskultur, die Erschöpfung toleriert oder fördert, sowohl für das individuelle Wohlbefinden als auch für die Geschäftsergebnisse nachteilig sein kann.

Originalquelle: inc.com