Studie mit über 2 Millionen Teilnehmern untersucht Ursachen von Einsamkeit und psychischer Gesundheit
Neue Forschung mit über zwei Millionen Personen untersuchte mittels genetischer Daten, ob Einsamkeit psychische Gesundheitsprobleme verursacht oder umgekehrt.

Forscher haben eine groß angelegte Studie mit über zwei Millionen Teilnehmern durchgeführt, um die kausale Beziehung zwischen Einsamkeit und psychischer Gesundheit zu untersuchen. Die von der University of Bristol geleitete Studie, an der Nesta, Amsterdam UMC, Oxford und Manchester beteiligt waren, zielte darauf ab zu klären, ob Einsamkeit zu psychischen Problemen führt oder ob bestehende psychische Probleme Einsamkeit verursachen.
Weltweit erlebt etwa jeder sechste Mensch Einsamkeit, eine Zustandsbedingung, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit rund 871.000 Todesfällen jährlich in Verbindung gebracht wird. Während eine Korrelation zwischen Einsamkeit und psychischen Gesundheitsproblemen seit langem anerkannt ist, war der Nachweis der Kausalität eine Herausforderung.
Die in Nature Communications veröffentlichte Studie nutzte genetische Daten aus verschiedenen Quellen, darunter die UK Biobank mit Daten von bis zu 414.432 Teilnehmern. Einsamkeit wurde durch direkte Berichte der Teilnehmer über ihre Gefühle der Isolation gemessen.
Durch die Analyse genetischer Informationen neben selbstberichteter Einsamkeit versuchten die Forscher, die Richtung der Kausalität zu bestimmen. Die Ergebnisse werden als bedeutsam für Initiativen im Bereich der öffentlichen Gesundheit angesehen, die darauf abzielen, die wachsende Besorgnis über Einsamkeit und deren Auswirkungen auf das Wohlbefinden anzugehen.