Studie: Schnecken formen Schleimeigenschaften durch Kollagen und Kalzium
Deutsche Wissenschaftler haben herausgefunden, wie Schnecken verschiedene Schleimarten mit maßgeschneiderten Eigenschaften herstellen können. Kollagen und Kalzium wirken zusammen, um die mechanischen Eigenschaften des Schleims zu steuern.

Wissenschaftler in Deutschland haben den Mechanismus aufgedeckt, mit dem Schnecken ihre Schleimproduktion steuern. Eine neue Studie, veröffentlicht im Fachjournal "Science", zeigt, dass Kollagen und Kalzium zusammenarbeiten, um die mechanischen Eigenschaften des Schleims zu verändern und eine funktionale Abstimmbarkeit zu ermöglichen.
Schneckenschleim besteht hauptsächlich aus Wasser, seine zähe und viskose Konsistenz erhält er durch Muzine (Glykoproteine) und komplexe Kohlenhydrate. Neben kosmetischen Anwendungen birgt der Schleim Potenzial für die Medikamentenabgabe, wobei frühere Forschungen seine entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften hervorheben.
Das Forschungsteam konzentrierte sich auf die Hain-Schnecke ("Cepaea nemoralis"), die fünf verschiedene Schleimarten absondert. Dazu gehören ein Schmiermittel für die Fortbewegung, ein Haftschleim zur Anheftung und das Epiphragma, eine Schutzschicht, die während der Winterstarre ausgeschieden wird und Kalzit enthält.
Das Verständnis, wie Kollagen und Kalzium interagieren, um variable Schleimkonsistenzen zu erzeugen, könnte den Weg für neue Anwendungen in der Materialwissenschaft und Biotechnologie ebnen, die von der Natur inspiriert sind.