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Studie zeigt hohes Dunkelfeld bei mutmaßlicher rechtswidriger Polizeigewalt

Forschungen der Universität Bochum deuten darauf hin, dass die Zahl der jährlichen Fälle von mutmaßlicher Polizeigewalt etwa 12.000 beträgt – fünfmal höher als die offizielle Statistik.

2. November 2026
Studie zeigt hohes Dunkelfeld bei mutmaßlicher rechtswidriger Polizeigewalt

Rechtswidrige Polizeigewalt tritt in Deutschland nach Erkenntnissen einer bislang unveröffentlichten Studie der Universität Bochum deutlich häufiger auf als bisher offiziell angenommen. Wie das ARD-Politikmagazin „Kontraste“ und „Der Spiegel“ berichten, deuten die Ergebnisse darauf hin, dass es jährlich mindestens 12.000 mutmaßliche Übergriffe gibt.

Die Untersuchung unter Leitung des Kriminologen Professor Tobias Singelnstein basiert auf einer Befragung von über 1.000 Betroffenen. Demnach sei das Dunkelfeld fünfmal so groß wie die Zahl der polizeilich erfassten Fälle. Singelnstein bemängelt, dass nur ein Bruchteil der Anzeigen vor Gericht landet und weniger als ein Prozent tatsächlich zu einer Verurteilung führt. Oft stünden die Aussagen von Bürgern gegen die von Beamten.

Als Hauptgrund für die geringe Aufklärungsquote sieht Singelnstein die Rolle der Staatsanwaltschaften. Diese zeigten sich oft zurückhaltend bei Ermittlungen gegen Polizeibeamte, da das berufliche Verhältnis nicht belastet werden solle. Zudem herrsche häufig die Vorannahme vor, dass Anzeigen wegen Körperverletzung im Amt unbegründet seien. Die vollständigen Forschungsergebnisse sollen im September vorgestellt werden.

Originalquelle: rbb-online.de