Studie: Fitness-Supplement Kreatin Könnte Bei Depressionsbehandlung Helfen
Ein neuer wissenschaftlicher Überblick untersuchte, ob Kreatin, ein beliebtes Fitness-Supplement, in Kombination mit anderen Behandlungen zur Depressionsbewältigung beitragen kann. Die Ergebnisse sind gemischt, aber vielversprechend.

Eine kürzlich durchgeführte wissenschaftliche Übersicht hat das Potenzial von Kreatin, einem weit verbreiteten Fitness-Supplement, zur Unterstützung der Depressionsbehandlung untersucht. Die am 30. Juni in der Fachzeitschrift Brain Medicine veröffentlichte Studie legt nahe, dass Kreatin als ergänzende Behandlung für eine Major Depression Disorder (MDD) dienen könnte.
Die Übersicht analysierte fünf doppelblinde, randomisierte kontrollierte Studien. Zwei dieser Studien, die sich ausschließlich auf Frauen mit MDD konzentrierten, zeigten, dass Kreatin, wenn es zu bestehenden Behandlungen wie kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) oder Antidepressiva hinzugefügt wurde, wirksamer war als die gleichen Behandlungen in Kombination mit einem Placebo. Die Teilnehmer, die Kreatin zusätzlich zu anderen Therapien erhielten, berichteten laut Standardfragebögen zu Depressionen über eine größere und länger anhaltende Remission.
Andere in die Übersicht einbezogene Studien fanden jedoch keinen signifikanten Unterschied. Bassam Jeryous Fares, Erstautor der Übersicht von der University of Ottawa, erklärte, dass die Daten zwar ein interessantes Signal liefern, aber nicht schlüssig sind. „Zwei Studien wiesen in eine Richtung und drei in eine andere. Das ist nicht die Art von Beweis, auf deren Grundlage man die klinische Praxis ändert. Es ist die Art, die uns sagt, dass die Frage weiterer Erforschung wert ist“, kommentierte Fares.
Einige wissenschaftliche Theorien gehen davon aus, dass MDD auf eine beeinträchtigte Energiestoffwechsel und mitochondriale Dysfunktion im Gehirn zurückzuführen sein könnte. Kreatin spielt eine Rolle bei der schnellen Regenerierung von Adenosintriphosphat (ATP), der primären Energiewährung der Zellen, was wichtige energieintensive Prozesse im Gehirn unterstützen könnte.