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Studie: "Genie-Sprache" in Stellenanzeigen schreckt Kreative ab

Eine neue Untersuchung zeigt, dass die Verwendung von "Genie-Begriffen" in Stellenausschreibungen Top-Talente abschrecken kann. "Entdecker-Sprache" zieht mehr Bewerber an.

12. Juli 2026
Studie: "Genie-Sprache" in Stellenanzeigen schreckt Kreative ab

Unternehmen könnten Top-Talente im Kreativbereich unwissentlich vergraulen, indem sie veraltete Sprache in ihren Stellenanzeigen verwenden. Eine Studie der Universität Toronto, die über 9.000 Stellenausschreibungen analysierte und Bewerber-Experimente durchführte, ergab, dass Begriffe, die mit angeborenem Genie assoziiert werden, sogenannte "Genie-Sprache", geeignete Kandidaten abschrecken können.

Die Forschung stellte fest, dass Stellenbeschreibungen mehr als doppelt so häufig Wörter wie "Genie", "visionär" und "einzigartig" enthalten als Begriffe wie "neugierig", "aufmerksam" und "experimentell". Diese "Genie-Sprache" ist besonders verbreitet bei der Rekrutierung für kreative Positionen wie Creative Director, Grafikdesigner und Marketingkoordinatoren.

Ein Online-Experiment, bei dem 2.000 Arbeitssuchende dieselbe Stellenausschreibung mit unterschiedlichen Formulierungen sahen, zeigte, dass "Entdecker-Sprache" – Begriffe wie "Experimentieren", "Versuch und Irrtum" und "Neugier" – Bewerber effektiver anzog. Sowohl männliche als auch weibliche Bewerber reichten mit größerer Wahrscheinlichkeit Bewerbungen für Anzeigen mit der "Entdecker"-Formulierung ein.

Frühere Studien haben "Brillanz"- und "Genie"-Terminologie mit einem eher maskulinen Arbeitsumfeld in Verbindung gebracht, was Frauen potenziell von Bewerbungen abhalten könnte. Die "Entdecker-Sprache" förderte auch eine größere demografische Vielfalt unter den Bewerbern und zog Personen an, die bei Leistungstests im kreativen Bereich besser abschnitten.

Die Forscher raten Unternehmen, Kreativität eher als eine Handlung oder einen Prozess denn als eine angeborene Eigenschaft darzustellen. Durch die Annahme eines "Entdecker"-Ansatzes in Stellenausschreibungen können Organisationen nicht nur mehr Bewerber anziehen, sondern auch die richtigen, neugierigen und aufgeschlossenen Personen finden, die Innovationen vorantreiben.

Originalquelle: fastcompany.com