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Wissenschaft

Überhitzte Sternfabrik im frühen Universum entdeckt

Astronomen haben die Temperatur von Y1 gemessen, einer der entferntesten bekannten Sternfabriken. Ihr Licht hat über 13 Milliarden Jahre benötigt, um die Erde zu erreichen.

10. Juni 2026
Überhitzte Sternfabrik im frühen Universum entdeckt

Ein internationales Astronomenteam unter der Leitung der Chalmers University of Technology hat die Temperatur von Y1 gemessen, einer Galaxie, die als produktive Sternfabrik im frühen Universum agiert. Das Licht von Y1 hat über 13 Milliarden Jahre benötigt, um die Erde zu erreichen, und bietet Einblicke in die Bedingungen, unter denen die ersten Sterne und Galaxien entstanden sind.

Die Wissenschaftler nutzten das Atacama Large Millimeter/submillimeter Array (ALMA), um das Leuchten von Staub in der Galaxie nachzuweisen. Sie stellten fest, dass der Staub eine Temperatur von etwa 90 Kelvin (-180 Grad Celsius) aufweist. Diese Temperatur ist deutlich wärmer als die von anderen vergleichbaren, entfernten Galaxien beobachtete, was Y1 als "extreme Sternfabrik" bestätigt.

"Dies bestätigte, dass es sich wirklich um eine extreme Sternfabrik handelt", sagte der Hauptautor Tom Bakx, Astronom an der Chalmers University of Technology. Y1 bildet Sterne mit einer Rate von über 180 Sonnenmassen pro Jahr. Dies ist ein Tempo, das als nicht nachhaltig gilt und wahrscheinlich eine kurze Phase in seiner Entwicklung darstellt, im Gegensatz zur aktuellen Sternentstehungsrate der Milchstraße von etwa einer Sonnenmasse pro Jahr.

Die Ergebnisse könnten auch dazu beitragen, ein langjähriges Rätsel in der Astrophysik zu lösen: warum Galaxien im frühen Universum weitaus mehr Staub zu enthalten scheinen, als ihre relativ jungen Sternpopulationen vermuten lassen. Die hohe Temperatur des Staubes in Y1 deutet darauf hin, dass selbst in jungen Galaxien mit geringem Anteil an schweren Elementen eine kleinere Menge wärmeren Staubes genauso leuchtstark sein kann wie größere Mengen kühleren Staubes, was die beobachtete Häufigkeit erklären könnte.

Originalquelle: chalmers.se