Cyberangriffe auf Supermarkt-Kühlsysteme verdecken Schwachstellen in der Fernwartung
Eine neue Welle von Cyberangriffen auf Kühlsysteme im europäischen Einzelhandel zwingt Unternehmen dazu, die Sicherheit ihrer operativen Technik grundlegend zu überdenken.

Supermarktketten in Europa verzeichnen vermehrt Angriffe auf ihre Kühl-Infrastruktur. Nach Vorfällen in Frankreich wurden nun auch in Schweden, Belgien und Luxemburg Manipulationen an Kühlsystemen gemeldet, die zu massiven Lebensmittelausfällen und Störungen im Geschäftsbetrieb führten.
Im Gegensatz zu klassischen Datendiebstahl-Versuchen wirken sich diese Angriffe direkt auf die physische operative Technik (OT) aus. Michael Ferdinandsen, CEO des Cybersecurity-Unternehmens Secomea, betont, dass die Herausforderung in der unzureichenden Kontrolle von Fernzugriffen durch externe Dienstleister liegt. Viele dieser Systeme wurden ursprünglich nicht für heutige Konnektivitätsanforderungen entworfen.
Secomea setzt auf eine Architektur, die den Zugriff auf einzelne Assets beschränkt und eine zentrale Verwaltung sowie Protokollierung ermöglicht. Ein Praxisbeispiel ist der dänische Dienstleister AK-Centralen, der die Kühlung von über 1.500 Supermärkten über gesicherte Gateway-Verbindungen überwacht, ohne den direkten Zugriff auf das interne Netzwerk zu gewähren.
Angesichts zunehmender Vernetzung von Betriebstechnik in Logistik und Gebäudemanagement fordern Experten, dass Unternehmen Transparenz und strikte Zugriffskontrollen priorisieren. Eine sichere Fernwartung sei für den modernen Betrieb zwar unerlässlich, müsse jedoch durch gezielte Governance abgesichert werden.