Nachhaltigkeit bei Kreditverhandlungen mit größeren Mittelständlern wichtiger
Nachhaltigkeitsaspekte gewinnen in Kreditverhandlungen deutscher Mittelständler, insbesondere bei größeren Unternehmen, an Bedeutung. Dies zeigen Ergebnisse von KfW Research.

Berlin – Kreditsuchende mittelständische Unternehmen in Deutschland berichten verstärkt von Nachhaltigkeitsgesprächen mit Banken. Laut einer Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels 2025 gaben 37 Prozent der größeren Mittelständler (ab 50 Mitarbeitende) im Jahr 2024 an, dass Nachhaltigkeitsthemen in Kreditverhandlungen angesprochen wurden. Das sind drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Behördliche Vorgaben führen dazu, dass Banken klimabedingte Risiken stärker in ihre Kreditvergabe integrieren. Dies spiegelt sich in den Gesprächen mit Unternehmen wider. Bei den kleineren Mittelständlern (10-49 Mitarbeitende) lag der Anteil derer, die Nachhaltigkeit in Kreditverhandlungen thematisiert sahen, bei 24 Prozent, ein Anstieg von drei Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Besonders betroffen vom Trend sind Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe. Hier gaben 24 Prozent der befragten Mittelständler Nachhaltigkeitsaspekte als Gesprächsthema an, nach 20 Prozent im Vorjahr. Im Baugewerbe lag der Wert bei 15 Prozent (plus drei Prozentpunkte), im Handel bei 13 Prozent (plus fünf Prozentpunkte). Dr. Juliane Gerstenberger, Mittelstandsexpertin bei KfW Research, erwartet eine weitere Zunahme der Relevanz: "Banken und Sparkassen werden aufgrund regulatorischer Anforderungen künftig noch stärker auf Nachhaltigkeitsaspekte schauen." Sie betont die Notwendigkeit für Unternehmen, ihr Nachhaltigkeitsprofil und ihre Daten strukturiert zu erfassen. Zugleich wies sie auf die Herausforderungen für kleinere Unternehmen hin, die die Komplexität der Anforderungen als hoch empfinden und sich mehr Unterstützung wünschten.