Schwedens Wirtschaftsausblick: Stabile Kurs trotz geopolitischer Herausforderungen
Schwedens Wirtschaft steht auf solidem Fundament und kann den Herausforderungen des Krieges im Nahen Osten standhalten. Die mögliche Schließung der Straße von Hormus bleibt ein erheblicher Unsicherheitsfaktor.

Schwedens Wirtschaft ist gut positioniert, um geopolitische Unsicherheiten zu bewältigen, so der neueste Wirtschaftsüberblick der Nordea Bank Abp. Die robuste wirtschaftliche Grundlage des Landes wird voraussichtlich mehreren Herausforderungen standhalten, die sich aus dem Konflikt im Nahen Osten ergeben. Die anhaltende Schließung der Straße von Hormus stellt jedoch eine erhebliche Unbekannte dar.
Das globale Umfeld wird als turbulent beschrieben, wobei der Krieg im Iran weitreichende Unsicherheiten schafft. Nordeas Basisszenario geht davon aus, dass sich die Straße von Hormus bis zum Sommer wieder öffnet, wodurch wirtschaftliche Auswirkungen begrenzt würden. Ein langwieriger Konflikt könnte jedoch aufgrund gestiegener Energie- und Düngemittelkosten zu einer höheren globalen Inflation führen. Sollte die Meerenge geschlossen bleiben und Unternehmen Preiserhöhungen durchführen, könnten die EZB und die Riksbank gezwungen sein, die Zinssätze anzuheben. Eine schwerwiegendere Auswirkung auf die schwedische Wirtschaft würde eine signifikante Eskalation des Konflikts erfordern.
Die heimische Stärke unterstützt die schwedische Wirtschaftsleistung. Der Unternehmenssektor ist wettbewerbsfähig, die Beschäftigung bleibt hoch und die öffentlichen Finanzen sind solide. Die privaten Haushalte reagieren empfindlich auf Zinsen, wenn auch weniger als vor der Pandemie. Nordeas Prognose sieht schrittweise Zinserhöhungen im Prognosezeitraum vor, was ein solides Wirtschaftswachstum untermauert. Die schwedischen Exporte haben unerwartete Stärke gezeigt, insbesondere die Dienstleistungsexporte. Das Wachstum wird auch durch Handelsabkommen der EU und die schwedische Rüstungsindustrie beeinflusst.
Die Inflationsraten in Schweden sind derzeit niedrig. Die mehrjährige Stärkung des handelsgewichteten Wechselkurses und sinkende Energiepreise haben die Inflation gedämpft. Auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel und von Energiesteuern hat zu den aktuellen Preisniveaus beigetragen. Nordea prognostiziert, dass das Inflationsziel nicht gefährdet ist und die Riksbank den aktuellen Leitzins für das Jahr beibehalten wird. Eine moderate Anhebung des Leitzinses wird für 2027 erwartet.