Schweizer Wettbewerbshüter untersucht Googles Android-Standardsuchmaschinen
Die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) hat eine vorläufige Untersuchung gegen Google wegen der Entfernung der Wahlmöglichkeit für Standard-Suchmaschinen für Android-Nutzer während der Geräteeinrichtung eingeleitet.

Die Schweizer Wettbewerbskommission (WEKO) hat eine vorläufige kartellrechtliche Untersuchung gegen Google eingeleitet. Anlass ist die kürzlich erfolgte Entfernung der sogenannten "Choice Screen"-Funktion in der Schweiz, die es Android-Nutzern ermöglichte, während der Ersteinrichtung ihres Geräts eine Standard-Suchmaschine auszuwählen. Diese Funktion bleibt in den meisten anderen Regionen, einschließlich des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), bestehen.
Die WEKO begründet ihre Bedenken damit, dass Standardeinstellungen einen erheblichen Einfluss auf digitale Märkte haben. Die Kommission argumentiert, dass die Abschaffung der Wahlmöglichkeit die Sichtbarkeit konkurrierender Suchmaschinen für neue Android-Nutzer einschränkt und somit Markteintrittsbarrieren für Konkurrenten erhöhen könnte. Zudem bemängelt die Behörde eine unterschiedliche Behandlung im Vergleich zum EWR, wo die Funktion weiterhin angeboten wird, obwohl vergleichbare Wettbewerbsfragen bestehen.
Google hat in der Schweiz eine marktdominante Stellung im Suchmaschinenbereich inne, mit einem geschätzten Marktanteil von 82 Prozent laut Statcounter. Die Untersuchung erfolgt auf Grundlage des Schweizer Kartellgesetzes. Bei Feststellung einer Verletzung könnten administrative Bussen von bis zu 10 Prozent des kumulierten schweizerischen Umsatzes der vorangegangenen drei Jahre verhängt werden. Die aktuelle Prüfung dient der Klärung, ob genügend Beweise für die Einleitung eines förmlichen Verfahrens vorliegen.
Google hat die Einleitung der Untersuchung bestätigt und Kooperationsbereitschaft signalisiert. Die Schweizer Untersuchung spiegelt eine breitere globale Entwicklung wider, bei der Regulierungsbehörden weltweit die Marktmacht und Standardeinstellungen von Google kritisch prüfen. Ähnliche Untersuchungen laufen bereits in der Europäischen Union, den USA, Großbritannien, Japan und Südkorea.