Schweizer KMU hinken bei KI-Einführung hinterher
Eine neue Studie zeigt, dass viele Schweizer KMU das Potenzial von KI im Marketing zwar erkennen, aber bei der Einführung deutlichen Nachholbedarf haben.

Viele Schweizer kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind bei der Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) ins Hintertreffen geraten, wie die neue Studie «KMU Digital Pulse 2026» von localsearch (Swisscom Directories AG) und der Hochschule Luzern (HSLU) aufzeigt. Obwohl die Unternehmen das Potenzial von KI im Marketing erkennen, besteht bei der Mehrheit erheblicher Nachholbedarf bei der tatsächlichen Umsetzung.
Die Studie ergab, dass nur jedes fünfte KMU derzeit KI-Werkzeuge in seinen Marketingaktivitäten einsetzt. Darüber hinaus hat mehr als die Hälfte aller KMU noch nie untersucht, wie sie in KI-gestützten Suchanfragen erscheinen. Fast die Hälfte dieser Unternehmen sieht zudem keinen klaren Nutzen oder Bedarf für den Einsatz von KI im eigenen Betrieb, und nur wenige planen eine schnelle Einführung.
Die Untersuchung beleuchtet auch, dass KMU den wachsenden Einfluss von KI im Marktumfeld spüren. Rund 45 Prozent glauben, dass Kunden zunehmend KI-Tools nutzen, um nach ähnlichen Angeboten zu suchen, und fast ebenso viele (44 %) gehen davon aus, dass Wettbewerber bereits KI im Marketing einsetzen. Bei der eigenen Vorgehensweise sind die Unternehmen jedoch zurückhaltender, wobei fast die Hälfte (48 %) den KI-Einsatz im Marketing nicht als notwendig erachtet.
Die Studie hebt auch eine Lücke hervor, insbesondere bei Kleinstunternehmen (1–9 Mitarbeitende), die rund 90 % aller Schweizer KMU ausmachen. Nur 18 % der Kleinstunternehmen nutzen KI-Werkzeuge im Marketing, verglichen mit 39 % bei kleinen und 49 % bei mittleren Unternehmen. Thomas Wozniak, Studienleiter und Professor für Konsumentenverhalten und Technologie an der HSLU, betont die Wichtigkeit für Unternehmen, ihre eigene Sichtbarkeit in KI-Suchen zu überwachen, um die Wahrnehmung durch Kunden zu verstehen.
Die Haupthindernisse für die KI-Einführung sind ein unklarer Nutzen oder Bedarf (44 % der Unternehmen) und mangelndes Wissen (57 % nennen mindestens eine Wissenslücke in Bezug auf Anwendung oder Werkzeuge). Nur etwa ein Viertel (27 %) der Unternehmen fühlt sich sicher, KI sinnvoll in ihrem Marketing einzusetzen.