Taylor Farms' politische Ausgaben und Lobbyarbeit im Fokus nach Durchfall-Ausbruch
Der Salatlieferant Taylor Farms hat Millionen an konservative politische Gruppen gespendet und für eine Lockerung der Lebensmittelvorschriften lobbyiert, kurz bevor ein großflächiger Durchfall-Ausbruch Tausende erkranken ließ.

Der Salatlieferant Taylor Farms gerät erneut unter Beobachtung, nachdem ein landesweiter Durchfall-Ausbruch Tausende von Menschen in mehreren Bundesstaaten krank gemacht hat. Öffentliche Aufzeichnungen zeigen, dass das Unternehmen in den Jahren vor der aktuellen Gesundheitskrise Millionen von Dollar für konservative politische Kampagnen und Lobbyarbeit ausgegeben hat, die auf eine Schwächung der Lebensmittelsicherheitsvorschriften abzielte.
Aufzeichnungen der Federal Election Commission belegen, dass Taylor Farms im Jahr 2025 über 2 Millionen Dollar an konservative Gruppen gespendet hat, darunter eine Million Dollar an den Trump-nahen Super-PAC MAGA Inc. Zwischen 2020 und 2024 trug das Unternehmen mehr als 1,6 Millionen Dollar zu konservativen PACs bei, von denen einige Verbindungen zum Koch-Netzwerk haben und für reduzierte Regulierungen eintreten.
Der Vorsitzende und CEO des Unternehmens, Bruce Taylor, ist ebenfalls ein bedeutender persönlicher Spender für republikanische Anliegen und hat seit 2020 persönlich über 900.000 Dollar an republikanische PACs und Kandidaten gespendet. Taylor Farms hat auch stark in Lobbyarbeit investiert und Firmen beauftragt, sich für Themen der Lebensmittelsicherheitsregulierung einzusetzen. Seit Anfang 2025 hat das Unternehmen über 810.000 Dollar für seine Lobbyarbeit ausgegeben.
Marion Nestle, eine Expertin für Lebensmittelpolitik, bezeichnete diese finanziellen Aktivitäten als Teil eines größeren Problems in der Lebensmittelindustrie. Sie erklärte, dass multinationale Konzerne ihre finanziellen Ressourcen nutzen, um Politiken zu fördern, die die Standards der Lebensmittelsicherheit und die Rechenschaftspflicht bei Ausbrüchen mindern können. "Die FDA hat Vorschriften für das, was Lebensmittelproduzenten tun sollen, aber niemand will sie einhalten – weil es teuer und schwierig ist", sagte Nestle gegenüber WIRED.
Taylor Farms hat die Behauptung zurückgewiesen, dass seine politischen Spenden die regulatorischen Maßnahmen beeinflusst hätten. Das Unternehmen hat kürzlich mit dem Weißen Haus und der FDA Kontakt aufgenommen, um wahrgenommene Mängel in der Reaktion der Behörden auf die laufende Untersuchung des Cyclospora-Ausbruchs zu erörtern. Taylor Farms hat auch öffentlich Bedenken gegenüber der FDA hinsichtlich der Ergebnisse von Labortests und einer umstrittenen Entschuldigung geäußert. Das Unternehmen hat auf Medienanfragen nicht reagiert.
Der aktuelle Ausbruch ist nicht das erste Mal, dass Taylor Farms regulatorische Aufmerksamkeit erfahren hat. Im Jahr 2013 identifizierte die FDA das Unternehmen als Quelle eines Cyclospora-Ausbruchs. Das Unternehmen hat auch in den Jahren 2015 und 2024 aufgrund von Bedenken hinsichtlich E. coli Rückrufe eingeleitet. Obwohl FDA-Inspektionen zahlreiche Verstöße in verschiedenen Betrieben aufgedeckt haben, führten diese nicht immer zu zwingenden Durchsetzungsmaßnahmen.