Uni Tübingen digitalisiert prähistorische Artefakte zur Schadensprävention
Die Abt. Ur- und Frühgeschichte sowie Quartärökologie der Universität Tübingen digitalisiert ihre Sammlung von über einer Million Artefakten. Ziel ist die Erhaltung und Erforschung von Objekten, die früheste Belege menschlicher Kunst darstellen.

Die Abteilung Ur- und Frühgeschichte sowie Quartärökologie der Universität Tübingen führt ein 3D-Scannungsprojekt zur Digitalisierung ihrer Artefakte durch. Ziel ist die Erhaltung und die Ermöglichung von Forschung an einer Sammlung von über einer Million Objekten, darunter einige der ältesten bekannten Beispiele prähistorischer Kunst weltweit.
Die Sammlung der Abteilung, die als eine der größten Steinkohle-Sammlungen Deutschlands gilt, umfasst Steinwerkzeuge, Fauna-Reste, Werkzeuge aus Knochen und Elfenbein sowie Keramik aus verschiedenen Fundorten in Europa und Afrika. Diese Artefakte wurden sowohl von engagierten Sammlern erworben als auch durch wissenschaftliche Ausgrabungen gewonnen.
Die Notwendigkeit der Digitalisierung ist besonders für empfindliche und einzigartige Objekte wie dünn bearbeitete Speerspitzen oder Ornamente aus Knochen oder Elfenbein von Bedeutung. 3D-Scans ermöglichen die Untersuchung und Nutzung dieser Objekte im Lehrbetrieb ohne physische Handhabung, wodurch das Beschädigungsrisiko minimiert wird.
Die Sammlung wird aktiv erforscht. Artefakte aus der Mumba-Höhle sind beispielsweise Teil eines langfristigen Projekts zur Untersuchung von Übergangsphasen zwischen der Mittel- und Jungsteinzeit in Ostafrika. Analysen unter Laborbedingungen, einschließlich Gebrauchsspuren- und Rückstandsanalysen, liefern Einblicke in die Funktion und Herstellungstechniken der Artefakte. Ein neues Labor für Kulturgüter in Tübingen bietet fortschrittliche Forschungsmöglichkeiten wie Elektronenmikroskopie und Hochgeschwindigkeitskinematografie, die das Verständnis schneller Prozesse bei urzeitlichen Werkzeugen fördern.