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Wissenschaft

Technische Universität München entwickelt wiederverwendbares Bio-Klebstoff aus Mistelbeeren

Forscher der Technischen Universität München haben einen leistungsstarken, vollständig biobasierten Klebstoff aus Mistelbeeren entwickelt. Das Material ist wiederverwendbar und behält seine Haftung bei extremen Temperaturen.

24. September 2026
Technische Universität München entwickelt wiederverwendbares Bio-Klebstoff aus Mistelbeeren

Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben einen leistungsstarken, vollständig biobasierten Klebstoff entwickelt, der auf einer natürlichen Zuckermischung aus Mistel­beeren basiert und mit Gerb- und Äpfelsäure kombiniert wird. Das neue Material hat sich als effektiv beim Verkleben verschiedener Substrate erwiesen, darunter Birkenholz, Edelstahl, Aluminium, Glas und sogar Teflon.

Ein Hauptmerkmal des Klebstoffs ist seine Reversibilität. Verbindungen können bei etwa 90 Grad Celsius gelöst werden, woraufhin der Klebstoff mehrfach reaktiviert werden kann. Diese Eigenschaft könnte die Reparatur, den Austausch von Komponenten und das Recycling von Elektronikgeräten erleichtern. Darüber hinaus behielt das Material seine Haftung bei Temperaturen bis zu -150 Grad Celsius bei, was potenzielle zukünftige Anwendungen in kryogenen und Weltraumumgebungen nahelegt.

Das von Professor Oliver Lieleg geleitete Forschungsteam betont, dass die Technologie noch nicht für die industrielle Produktion im großen Maßstab bereit ist. Der aktuelle Prozess beruht auf der Extraktion des Ausgangsmaterials direkt aus Mistelbeeren, was die Skalierbarkeit begrenzt. Das langfristige Ziel ist es, die entscheidenden molekularen Mechanismen unabhängig von der Pflanze zu identifizieren und zu replizieren, um eine zukünftige großtechnische Herstellung zu ermöglichen.

Die Entwicklung des Klebstoffs wurde durch den natürlichen Haftmechanismus von Mistelsamen inspiriert. Die Forschung zielt darauf ab, die Entwicklung eines effektiven biobasierten Klebstoffs mit dem Verständnis der zugrunde liegenden Prinzipien zu kombinieren, die eine industrielle Produktion ermöglichen könnten.

Originalquelle: news.europawire.eu