Die Entstehung der rot-blauen politischen Kartografie in den USA
Die heute übliche Farbwahl für US-Parteien etablierte sich erst durch die Berichterstattung über die Präsidentschaftswahl im Jahr 2000.

Die Assoziation der Republikaner mit der Farbe Rot und der Demokraten mit der Farbe Blau beruht nicht auf einer historischen Entscheidung. Lange Zeit variierten die Farbschemata in den Wahlberichterstattungen der US-Medien. Noch 1976 wurden die Karten so gestaltet, dass die Republikaner teilweise in Blau und die Demokraten in Rot dargestellt wurden.
Der Wandel zum heutigen Standard vollzog sich während der langwierigen Auszählung der Präsidentschaftswahl im Jahr 2000 zwischen George W. Bush und Al Gore. Durch die wochenlange, tägliche Wiederholung der gleichen grafischen Darstellung in allen Nachrichtensendern verfestigte sich das Farbschema im öffentlichen Bewusstsein, ohne dass es eine explizite Entscheidung der Parteien gegeben hätte.
Experten kritisieren, dass diese Form der Visualisierung eine stark polarisierte Realität suggeriert, die so nicht existiert. Da eine Farbe jeweils eine gesamte Bundesstaatenmehrheit markiert, werden die oft knappen Ergebnisse innerhalb dieser Staaten ausgeblendet. Dies erschwert das Verständnis für die tatsächliche politische Vielfalt und die feineren Abstufungen der Wählerpräferenzen innerhalb der US-Bevölkerung.