Therapeuten bewerten den neuen Trend "Bloomscrolling"
Der neue Social-Media-Trend "Bloomscrolling" ermutigt Nutzer, bewusst aufbauende und inspirierende Inhalte online zu suchen, um den Auswirkungen des ständigen Konsums negativer Nachrichten entgegenzuwirken.

Ein neuer Trend in sozialen Medien, "Bloomscrolling" genannt, ermutigt Nutzer, aktiv positive und inspirierende Inhalte online zu suchen. Dieses Phänomen spiegelt eine breitere Abkehr vom passiven Konsum negativer Nachrichten wider, der mit erhöhter Angst und Depression in Verbindung gebracht wurde.
Laut Experten geht es beim "Bloomscrolling" nicht darum, die Realität zu ignorieren oder Positivität zu erzwingen. Stattdessen betont es bewusste Entscheidungen beim Konsum digitaler Inhalte. Ziel ist es, dass die Internetnutzung ein Gefühl der Verbundenheit und Information fördert, anstatt Überforderung oder Erschöpfung zu verursachen.
Sreela Roy-Greene, lizenzierte Therapeutin bei der Online-Plattform BetterHelp, stellt fest, dass ein ständiger Strom von stressigen oder negativen Inhalten zu mentaler Belastung führen kann. Daher ist die Suche nach Inhalten, die Hoffnung, Trost oder Inspiration bieten, eine natürliche Reaktion. Dies kann eine momentane emotionale Erholung bewirken und negative Zyklen unterbrechen.
Roy-Greene vergleicht die Balance im Medienkonsum mit einer gesunden Ernährung und betont, dass ständige Exposition gegenüber bestimmten Inhalten Gedanken, Gefühle und das allgemeine Wohlbefinden prägen kann. Übermäßige Exposition gegenüber beunruhigenden Nachrichten wurde auch mit körperlichen Gesundheitsproblemen wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen in Verbindung gebracht.
Online-Plattformen beobachten diesen Trend. Sydney Stanback, Leiterin für globale Trends und Einblicke bei Pinterest, erklärt, dass Nutzer bewusster entscheiden, was sie in ihren Feeds zulassen. Suchanfragen im Zusammenhang mit "Offline-Hobbys" haben auf Pinterest erheblich zugenommen, was auf den Wunsch hindeutet, das digitale Leben mit physischen Aktivitäten auszugleichen.