Tausende Schweine nach Großbrand tot – Anwohner klagen über Gestank und Seuchengefahr
Ein Großbrand in einer Schweinemastanlage bei Coswig hat zum Tod von rund 20.000 Schweinen geführt. Während die Brandursache noch unklar ist, kämpfen Anwohner mit starkem Gestank und befürchten eine Ausbreitung von Krankheiten.

Mehr als eine Woche nach dem Großbrand in einer Schweinemastanlage im Ortsteil Düben bei Coswig im Landkreis Wittenberg gibt es weiterhin keine Entwarnung für die betroffenen Anwohner. Neben den etwa 20.000 verendeten Tieren bereitet vor allem der Geruch der Tierkadaver, die sich noch in den ausgebrannten Ställen befinden, erhebliche Probleme.
Die Bewohner klagen über starken Verwesungsgeruch, der sich in der Region ausgebreitet hat. Große Sorge bereitet ihnen zudem die mögliche Ausbreitung von Krankheiten und Seuchen. Um die Gefahr einzudämmen, wurden die Kadaver mit Kalk abgedeckt. Die Ermittler der Polizei konnten bislang die Brandstelle nicht betreten, da die Bergung und der Abtransport der Tausenden von Tierkörpern eine aufwendige Prozedur darstellt und erst abgeschlossen werden muss.
Das Feuer war in der Nacht zum vergangenen Mittwoch ausgebrochen und hatte sich rasch auf sechs Ställe einer Großanlage ausgebreitet. Ein Teil der Tiere konnte gerettet werden, wird nun aber auf andere Betriebe verteilt. Der entstandene Sachschaden wird auf neun Millionen Euro geschätzt. Die Brandursache ist weiterhin unklar und Gegenstand polizeilicher Ermittlungen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Sachsen-Anhalt hat den Vorfall zum Anlass genommen, erneut auf die Risiken der industriellen Massentierhaltung hinzuweisen. Die Organisation kritisiert die Anlage seit Jahren und hatte sich erfolgreich gegen deren Erweiterungspläne gewehrt, was auch von höchsten Gerichten bestätigt wurde.