Toba-Ausbruch hat die Menschheit nicht an den Rand der Auslöschung gebracht
Neue Forschungsergebnisse legen nahe, dass der massive Toba-Vulkanausbruch vor 74.000 Jahren die Menschheit nicht an den Rand des Aussterbens brachte, entgegen früheren Theorien.

Neue geologische Forschungen stellen die lang gehegte Theorie in Frage, dass der gewaltige vulkanische Ausbruch des Toba vor rund 74.000 Jahren die menschliche Spezies an den Rand der Auslöschung brachte. Der Ausbruch, der in einer Caldera im heutigen Sumatra stattfand, setzte Tausende Kubikkilometer Magma frei.
Forscher analysierten Sedimentbohrkerne vom Grund eines Kratersees an der Grenze zwischen Kenia und Tansania. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die durch den Toba-Ausbruch verursachte globale Abkühlung weniger als zwei Jahre andauerte und etwa ein halbes Grad Celsius betrug. Dies legt nahe, dass das Überleben der Menschheit nicht ernsthaft gefährdet war.
„Man dachte, es hätte eine massive Abkühlung des Planeten verursachen und somit das Überleben unserer Vorfahren bedrohen können“, sagte Jinheum Park, ein Geowissenschaftler an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Parks Forschungsteam fand Beweise im Schlamm, die darauf hindeuten, dass die Auswirkungen des Toba-Ausbruchs kürzer anhielten als bisher angenommen.
Vulkanausbrüche injizieren Schwefeldioxid in die Stratosphäre und bilden einen Dunst aus winzigen Tröpfchen, die Sonnenlicht zurück ins Weltall reflektieren. Größere Ausbrüche verursachen stärkere Abkühlung. Die Studie legt jedoch nahe, dass größere Sulfataerosole über eine bestimmte Größenordnung hinaus schneller absinken und somit weniger wirksam bei der Streuung der einfallenden Sonneneinstrahlung sind.