Zungen-Interface als Alternative zu Gehirnimplantaten
Das Startup Augmental hat ein intraorales Gerät entwickelt, mit dem Benutzer Computer per Zunge steuern können. Das Unternehmen zielt darauf ab, eine unmittelbarere und zugänglichere Lösung als chirurgische Gehirn-Computer-Schnittstellen anzubieten.

Das Startup Augmental hat das MouthPad auf den Markt gebracht, ein Gerät, das im Mund getragen wird und die Steuerung von Computern mit der Zunge ermöglicht. Das von Tomás Vega gegründete Unternehmen zielt darauf ab, eine Alternative zu chirurgischen Gehirn-Computer-Schnittstellen wie Neuralink zu bieten, indem es sich auf sofort nutzbare Lösungen konzentriert.
MouthPad ähnelt einer teilweise Zahnspange mit einem zentralen Touchpad. Benutzer können den Cursor bewegen und Klicks durch Zungenbewegungen ausführen. Das Gerät verfügt außerdem über einen Kopfsteuerungsmodus, bei dem Kopfbewegungen den Cursor steuern, während Zungenbewegungen als Schaltflächen dienen. Diese Technologie wurde speziell für Personen entwickelt, die ihre Hände nicht bewegen können.
Vega, der seit seiner Kindheit stottert, betont die Bedeutung der Unsichtbarkeit von Technologie. "Technologie sollte verschwinden, damit man den Menschen sieht", sagte Vega. Augmentals Ziel ist es, Hilfsmittel anzubieten, die diskret sind und dem Benutzer ein möglichst natürliches Steuerungserlebnis bieten.
Die Entwicklung des Geräts begann mit Vegas Forschung am MIT Media Lab, wo er eine Schnittstelle mit hoher Bandbreite ohne chirurgische Eingriffe schaffen wollte. Bevor er Augmental gründete, arbeitete Vega bei Neuralink, empfand deren Ansatz jedoch als zu langsam für viele Hilfesuchende.
MouthPad nutzt kapazitive Sensorik und erfordert eine individuelle Anpassung an den Mund des Benutzers. Das Gerät ist so konstruiert, dass es Speichel und Zungenbewegungen standhält, und wird mit einer Begleit-App geliefert, die seine Funktionalität mit Verknüpfungen und kontextbezogenen Menüs erweitert.