Trump-Regierung fordert New York Times-Journalisten auf, vor Grand Jury auszusagen
Die Trump-Regierung hat Vorladungen an fünf Reporter der New York Times gesendet, die über Sicherheitsbedenken bezüglich einer neuen Air Force One berichteten. Der Schritt löst Kritik wegen möglicher Bedrohungen der Pressefreiheit aus.

Die Trump-Regierung hat Vorladungen an fünf Journalisten der New York Times erlassen, die über Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit einem neuen Air Force One-Flugzeug, einem Geschenk aus Katar, berichtet hatten. Die rechtlichen Schritte werden als bedeutende Eskalation in der angespannten Beziehung der Regierung zu unabhängigen Nachrichtenorganisationen angesehen.
Die Vorladungen folgten auf einen Bericht der Times, der sich auf anonyme Quellen stützte und besagte, dass das neu umgerüstete Flugzeug im Vergleich zu älteren Modellen über keine fortgeschrittenen Sicherheitsfunktionen verfüge. Die Times berichtete, dass einige Vorladungen an die Wohnungen der Reporter zugestellt wurden und sie aufforderten, diese Woche vor einer Grand Jury in Manhattan auszusagen.
Medienanwälte und -organisationen haben mit starker Besorgnis reagiert. "Die Vorladungen stellen eine außerordentliche Eskalation der Bemühungen von Präsident Trump dar, unabhängige Nachrichtenorganisationen zu bedrohen und einzuschüchtern, und haben eine abschreckende Wirkung auf die Arbeit von Journalisten im ganzen Land", sagte Jodie Ginsberg vom Komitee zum Schutz von Journalisten.
Obwohl Spannungen zwischen dem Präsidenten und Nachrichtenagenturen nicht neu sind, argumentieren Kritiker, dass diese Maßnahmen eine besorgnizgellende neue Phase darstellen. "Sie haben die Machtmittel genutzt, um professionelle Journalisten einzuschüchtern und zu dämonisieren, die über Geschichten berichten, die der gewünschten Darstellung der Regierung ungünstig sind", sagte Frank Sesno, Professor an der George Washington University. Die Regierung hat zuvor rechtliche Instrumente eingesetzt und versucht, den Zugang der Medien zu beschränken.
Der National Press Club hat das Justizministerium aufgefordert, die Vorladungen zurückzuziehen und das Prinzip einer freien Presse neu zu bekräftigen. "Wenn Bundesagenten mit Vorladungen bei Journalisten zu Hause auftauchen, ist das keine gewöhnliche Strafverfolgung. Es ist ein außergewöhnlicher Angriff auf die Pressefreiheit, der das Herz des Ersten Verfassungszusatzes trifft", erklärte Mark Schoeff Jr., Präsident des Clubs.