Zwei Arten von Resilienz: Eine Wird Oft Ignoriert
Die Langlebigkeit von Unternehmen wurzelt tiefer als nur in persönlicher Zähigkeit. Forschungen beleuchten zwei entscheidende Formen der Resilienz, von denen eine häufig übersehen wird.

Das kommende Buch des Investors Eric Markowitz, "Outlast", untersucht, wie die ältesten Unternehmen der Welt über Jahrhunderte hinweg Bestand gehabt haben. Beispiele wie ein japanisches Bauunternehmen aus dem Jahr 578 und der italienische Waffenhersteller Beretta, gegründet 1526, zeigen Organisationen, die Kriege, Revolutionen und bedeutende technologische Umwälzungen überstanden haben.
Markowitz' Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Resilienz dieser langlebigen Unternehmen erheblich von unserem modernen Verständnis abweicht. "Wenn man diese Organisationen untersucht, erkennt man, dass unsere moderne Definition von Resilienz gefährlich unvollständig ist", schreibt er. Er argumentiert, dass Resilienz nicht nur als persönliche Eigenschaft betrachtet werden sollte, sondern vielmehr als eine definierende Eigenschaft eines Ökosystems.
Echte Resilienz umfasst sowohl individuelle als auch systemische und soziale Komponenten. Dies gilt nicht nur für historische Unternehmen, sondern auch für gegenwärtige Individuen und Organisationen. Die meisten neigen jedoch dazu, sich nur auf einen dieser Aspekte zu konzentrieren.
Emiliana Simon-Thomas, wissenschaftliche Leiterin des Greater Good Science Center der UC Berkeley, nutzt ein Gedankenexperiment, um diesen Punkt zu veranschaulichen. Ein hypothetisches Schiffbruchs-Szenario zeigt, dass zum Überleben nicht nur körperliche und geistige Stärke erforderlich sind, sondern auch Anpassungsfähigkeit und Kreativität sowie schiere Lebenswillen. Dies sind individuelle Stärken, machen aber nur einen Teil des Gesamtbildes aus.