Britische Einzelhandelsverband kritisiert Sony wegen Ende physischer PlayStation-Spiele
Der britische Branchenverband ERA hat Sonys Entscheidung, die Produktion physischer PlayStation-Spiele ab 2028 einzustellen, verurteilt. Der Verband argumentiert, dass der Schritt die Wahlfreiheit der Spieler für den Unternehmenskomfort opfert.

Der britische Handelsverband für Unterhaltungselektronik (ERA) hat Sonys Entscheidung, die Produktion von physischen Disc-Versionen von PlayStation-Spielen ab Januar 2028 einzustellen, scharf kritisiert. Der Verband erklärte, dass Sonys Schritt den eigenen Komfort über die Wahlfreiheit der Verbraucher stelle und sowohl Spieler als auch den physischen Handel schädigen werde.
Sony kündigte Anfang des Monats an, dass alle neuen PlayStation 5-Titel ab Januar 2028 nicht mehr auf Disc veröffentlicht werden. Spiele, die 2027 und früher veröffentlicht wurden, können weiterhin nachgedruckt werden.
Die ERA betont, dass Millionen von Spielern immer noch physische Spiele kaufen, da diese ein Gefühl des wirklichen Eigentums vermitteln. Physische Discs können verliehen, weiterverkauft, gesammelt oder langfristig aufbewahrt werden, selbst Jahre nach der Veröffentlichung – Rechte, die bei digitalen Versionen oft nicht gewährt werden.
Verbraucherdaten, die von der ERA veröffentlicht wurden, zeigen, dass ein Viertel der Verbraucher unter 25 Jahren immer noch Disc-Spiele nutzt. Der britische Markt für physische Spiele hatte im letzten Jahr einen Wert von über 300 Millionen Pfund, was eine signifikante und beständige Konsumentenbasis für Boxed Games belegt.
Der Verband fügte hinzu, dass physische Spiele den Kundenverkehr in die Geschäfte lenken und durch Schenken, Sammeln und den Wiederverkaufsmarkt Wert schaffen. Die ERA ist der Ansicht, dass die Branche Auswahlmöglichkeiten bieten sollte, anstatt die Kaufkanäle zu reduzieren. Obwohl die digitale Distribution als positive Veränderung anerkannt wird, sollte sie physische Veröffentlichungen ergänzen und nicht ersetzen.
Sonys Entscheidung stieß auf Gegenwind, und eine Petition, die die Rücknahme fordert, sammelte 300.000 Unterschriften. Unterdessen hat Sony Berichten zufolge begonnen, in Ausrüstung und Schulungen für die Produktion von optischen Mikrolinsen zu investieren, was auf eine Abkehr von der Disc-Herstellung hindeutet.