Großbritannien nutzt Virtual Reality zur Ausbildung in der Pharmaindustrie
Das britische RESILIENCE-Programm setzt auf Virtual Reality zur Ausbildung in der Arzneimittelherstellung und will dem Fachkräftemangel entgegenwirken.

Im Vereinigten Königreich wurde das RESILIENCE-Programm gestartet, das Virtual Reality (VR) nutzt, um Fachkräfte für die Arzneimittelherstellung und für neuartige Therapieformen wie Gentherapien auszubilden. Ziel ist es, dem wachsenden Mangel an qualifiziertem Personal in der Branche zu begegnen und neue Arbeitskräfte für eine sich wandelnde Industrie zu qualifizieren.
Laut RESILIENCE-Direktor Ivan Wall ist das Programm Teil der Bemühungen der britischen Regierung zur Stärkung des Life-Sciences-Sektors. Die Herstellung fortgeschrittener Therapien, einschließlich Zell- und Gentherapien, die auf individuellen Patientenzellen basieren, unterscheidet sich erheblich von der traditionellen pharmazeutischen Produktion. Herkömmliche Schulungsmethoden für diese Prozesse wären mit hohen Kosten und erheblichen Umweltauswirkungen durch Materialverbrauch und Entsorgung verbunden.
Durch den Einsatz von VR kann die Ausbildung ohne physische Anwesenheit in Reinraumumgebungen erfolgen. Dieser Ansatz reduziert Kosten, logistische Herausforderungen und Umweltbelastungen. VR-Simulationen bieten den Teilnehmern eine sichere und stressärmere Umgebung, um komplexe Verfahren zu üben und so ihr Selbstvertrauen sowie ihre Kompetenz zu stärken, bevor sie ihre eigentliche Arbeit aufnehmen.
Das Programm wurde bereits erfolgreich pilotiert, unter anderem an der Heriot-Watt University. Neue Mitarbeiter wurden bereits am ersten Arbeitstag mithilfe von VR-Headsets in den Prozessen der Produktionsanlage oder des Labors geschult. Auch Universitätsstudenten nutzten VR für Schulungen, etwa beim Einrichten von Bioreaktoren und dem Üben von Prozessabläufen. Ziel ist es, in den nächsten zehn Jahren bis zu 150.000 neue Fachkräfte für die britische Pharmaindustrie auszubilden.