Groninger Forscherin entwickelt sensorbasierte Medizintechnologie
Charissa Roossien von der Universität Groningen erforscht, wie Wearables und intelligente Implantate die Patientenüberwachung verbessern und unnötige Operationen reduzieren können.

An der Universität Groningen arbeitet die Forscherin Charissa Roossien an biomedizinischen Technologien, die eine kontinuierliche Gesundheitsüberwachung statt sporadischer klinischer Messungen ermöglichen sollen. Durch den Einsatz von tragbaren Sensoren, intelligenten Implantaten und Exoskeletten reagiert die Forschung auf den wachsenden Druck im Gesundheitswesen und den demografischen Wandel.
Ein Schwerpunkt liegt auf intelligenten Prothesen für Hüft- oder Kniegelenke. Durch integrierte Sensoren können Ärzte Anzeichen von Verschleiß oder Entzündungen frühzeitig erkennen. Dies soll es ermöglichen, bei Komplikationen einzugreifen, bevor diese eine komplexe Revisionsoperation erforderlich machen – ein entscheidender Fortschritt insbesondere für jüngere Patienten, bei denen die Anzahl möglicher Operationen begrenzt ist.
Neben der Implantattechnik untersucht das Team den Einsatz von Sensorpflastern, die Vitaldaten wie den Blutdruck über den gesamten Tagesverlauf erfassen. Diese kontinuierliche Datenbasis bietet ein weitaus präziseres Bild des Patientenzustands als punktuelle Messungen in der Praxis.
Roossien legt großen Wert auf eine frühe Einbindung von Patienten, Medizinern und Industriepartnern in den Entwicklungsprozess. Ziel ist es, den Übergang von Laborprototypen in die klinische Anwendung zu beschleunigen und sicherzustellen, dass die technologischen Entwicklungen den tatsächlichen Anforderungen des medizinischen Alltags entsprechen.