Aktualisierte Cholesterin-Richtlinien empfehlen frühere Tests und niedrigere Ziele
US-Kardiologieorganisationen haben ihre Richtlinien zur Cholesterinbehandlung erstmals seit 2018 überarbeitet. Die neuen Anweisungen betonen eine frühere Untersuchung, eine Risikobewertung über einen längeren Zeitraum und niedrigere Zielwerte für LDL-Cholesterin.

Die neuesten Richtlinien zur Cholesterinbehandlung, die erste Aktualisierung seit 2018, verändern maßgeblich, wie und wann Cholesterin getestet und behandelt wird. Die überarbeiteten Anweisungen sehen eine frühere Untersuchung, eine Behandlung für eine breitere Patientengruppe und strengere Zielwerte für das LDL-Cholesterin vor.
Experten betonen, dass das Lipoprotein niedriger Dichte (LDL) oder "schlechtes" Cholesterin ein Hauptfaktor für die Plaquebildung in den Arterien ist. Die aktualisierten Richtlinien empfehlen eine frühere Erkennung, einschließlich der Untersuchung im Kindesalter auf erbliche hohe Cholesterinwerte, die sich bereits in jungen Jahren ansammeln können. Der erste Cholesterintest wird nun zwischen dem 9. und 11. Lebensjahr empfohlen, nicht zur sofortigen Behandlung, sondern zur Identifizierung der familiären Hypercholesterinämie, einer genetischen Erkrankung, die etwa 1 von 250 Personen betrifft und unbemerkt in Familien auftreten kann. Regelmäßige Untersuchungen sollen dann ab dem 19. Lebensjahr beginnen und alle fünf Jahre erfolgen.
Eine wesentliche Änderung für erwachsene Patienten betrifft die Behandlungsberechtigung. Da die Risikobewertung nun einen Zeitraum von 30 Jahren anstelle der früheren 10 Jahre berücksichtigt, werden mehr Personen als behandlungsbedürftig eingestuft. Der Zielwert für LDL wird gesenkt; für Hochrisikopatienten, wie z. B. Personen mit einer Vorgeschichte von Herzinfarkt oder Schlaganfall, liegt das neue Ziel bei 55 mg/dL oder darunter, gegenüber früheren 70 mg/dL oder darunter.
Darüber hinaus raten die Richtlinien Erwachsenen zu einem einmaligen Test auf den Lp(a)-Lipoprotein-Biomarker, da erhöhte Werte mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte verbunden sind. Im Gegensatz zu LDL kann Lp(a) durch Lebensstiländerungen oder Statine nicht wesentlich gesenkt werden. Der aktualisierte Risikokalkulator PREVENT bewertet das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, indem er Untersuchungsergebnisse, Krankengeschichte sowie Nieren- und Stoffwechselgesundheit berücksichtigt.
Die Richtlinien bekräftigen, dass grundlegende Praktiken für die Herzgesundheit, einschließlich einer gesunden Ernährung, Rauchverzicht, ausreichender Bewegung und Schlaf, weiterhin von entscheidender Bedeutung sind. Ein früheres und längerfristiges Bewusstsein für die eigenen Cholesterinwerte kann zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.