USA: Fed hält Zinsen stabil, signalisiert künftige Senkungen
Die US-Notenbank hat den Leitzins unverändert bei 5,25–5,50 Prozent belassen. Enttäuschende Inflationsdaten haben die Aussichten auf Zinssenkungen gedämpft, doch die Zentralbank hat die Möglichkeit nicht gänzlich ausgeschlossen.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins zum sechsten Mal in Folge stabil gehalten und das Zielband zwischen 5,25 und 5,50 Prozent beibehalten. Die jüngsten enttäuschenden Inflationsdaten haben dazu geführt, dass die Zentralbank bewertet, dass die Wiederherstellung des Vertrauens in einen rückläufigen Inflationsanstieg länger dauern wird als bisher erwartet.
In ihrer Erklärung nach der Sitzung hat der Offenmarktausschuss (FOMC) die unmittelbare Aussicht auf Zinssenkungen heruntergespielt. Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, erklärte auf der anschließenden Pressekonferenz, dass Zinserhöhungen weiterhin unwahrscheinlich seien. Er skizzierte jedoch zwei Szenarien, die Zinssenkungen unterstützen könnten: entweder eine Verbesserung der Inflationsdaten oder eine signifikante Abschwächung am Arbeitsmarkt. Powell äußerte geringe Bedenken hinsichtlich der jüngsten Inflationszahlen, deutete aber an, dass ein fortgesetzter inflationsdämpfender Trend wahrscheinlich sei.
Analysten glauben, dass die Fed weiterhin auf dem Weg zu Zinssenkungen im Laufe dieses Jahres ist, auch wenn der genaue Zeitpunkt von den eingehenden Wirtschaftsdaten abhängen wird. Sollten die Inflation hoch bleiben und der Arbeitsmarkt robust sein, werden die Zinssätze voraussichtlich stabil bleiben. Ein wahrscheinlicheres Szenario ist jedoch, dass sich die Inflation mäßigt und der Arbeitsmarkt abkühlt, was mindestens zwei Zinssenkungen um 25 Basispunkte vor Jahresende ermöglichen könnte.
Darüber hinaus kündigte die Fed an, das Tempo ihrer Bilanzreduzierung ab Juni zu verlangsamen. Die monatliche Obergrenze für die Wiederanlage von US-Staatsanleihen wird von 60 Milliarden US-Dollar auf 25 Milliarden US-Dollar gesenkt. Die Obergrenze für hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS) bleibt bei 35 Milliarden US-Dollar pro Monat. Diese Anpassung wird voraussichtlich den monatlichen Abbau der Bilanz fast halbieren und wird von der Fed nicht als geldpolitische Lockerung, sondern als Maßnahme zur Verhinderung von Marktstörungen beschrieben.