US-Notenbank belässt Zinsen stabil, reduziert Zinssenkungsprognose für 2024
Die US-Notenbank hat die Leitzinsen wie erwartet unverändert gelassen. Überraschend deutlich wurden jedoch die Erwartungen für Zinssenkungen in diesem Jahr nach unten korrigiert, begründet mit einem skeptischeren Inflationsausblick.

Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank hat auf seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Leitzinsen im Zielband von 5,25% bis 5,50% unverändert zu lassen. Diese Zinsspanne gilt seit über zehn Monaten und stellt das höchste Niveau seit Anfang der 2000er Jahre dar.
Eine wesentliche Überraschung war die deutliche Reduzierung der Zinssenkungserwartungen für das laufende Jahr. Während eine gewisse Zurückhaltung angesichts robuster Arbeitsmarktdaten absehbar war, rechnet die Mehrheit der FOMC-Mitglieder nun nur noch mit einer einzigen Senkung um 25 Basispunkte, verglichen mit drei prognostizierten Senkungen im März. Dies geschah, obwohl die Inflationsdaten vom Mai positive Signale sendeten.
Die Fed passte ihre Inflationsprognose nach oben an: Der persönliche Konsumausgaben-Preisindex (PCE) wird nun am Jahresende bei 2,8% erwartet, statt wie bisher bei 2,6%. Die Prognosen für das Wirtschaftswachstum und die Arbeitslosenquote blieben unverändert bei etwa 2,0% BIP-Wachstum und 4,0% Arbeitslosigkeit.
Notenbankpräsident Jerome Powell begründete die reduzierte Zinssenkungserwartung mit dem skeptischeren Inflationsausblick. Er betonte jedoch, dass die jüngsten Inflationsdaten positiv seien und die tatsächliche Inflationsentwicklung möglicherweise günstiger ausfalle als die offiziellen Prognosen nahelegen. Powell bekräftigte, dass die Fed weiterhin von umfangreichen Zinssenkungen in den kommenden Jahren ausgeht und auch bei einer deutlichen Abschwächung des Arbeitsmarktes die Geldpolitik lockern würde.
Hermann Bantleon GmbH sieht die Fed weiterhin auf einem klaren Kurs zu Zinssenkungen. Die Analysten bewerten Powells Aussagen als neutral und gehen davon aus, dass die erste Zinssenkung im September erfolgen könnte, gefolgt von weiteren Lockerungsschritten, abhängig von der weiteren Entwicklung der Inflation und des Arbeitsmarktes.