US-Regierung investiert in KI-Unternehmen und erwirbt Anteile
Das US-Handelsministerium hat eine Finanzierung in Höhe von 874 Millionen US-Dollar für sieben Unternehmen angekündigt, die KI-Technologie entwickeln. Im Gegenzug erhält die Regierung Minderheitsbeteiligungen an diesen Firmen.

Das US-Handelsministerium hat eine bedeutende Investitionsinitiative zur Stärkung des künstlichen Intelligenzsektors des Landes angekündigt. Letzten Monat kündigte das Ministerium eine vorgeschlagene Finanzierung in Höhe von 874 Millionen US-Dollar für sieben Unternehmen an, die entscheidende Technologien für schnellere KI-Systeme entwickeln, darunter Speicher, Packaging, Photonik und Materialien. Im Austausch für diese Finanzierung erwirbt Washington Minderheitsbeteiligungen an jedem Unternehmen.
Die Investitionen decken mehrere Schlüsselbereiche der KI-Lieferkette ab. GlobalFoundries erhält 300 Millionen US-Dollar, um die Markteinführung von Co-Packaged Optics, die lichtbasierte Verbindungen mit KI-Prozessoren integrieren, um zwei bis drei Jahre zu beschleunigen. Kepler soll 245 Millionen US-Dollar für die Entwicklung eines neuen Typs von KI-Speicher erhalten, während die restlichen Mittel unter fünf kleineren Unternehmen aufgeteilt werden.
Diese Maßnahmen sind Teil einer breiteren Industriestrategie, die darauf hindeutet, dass die Regierung nicht nur beabsichtigt, strategische Industrien zu subventionieren, sondern auch einen Teil davon zu besitzen. Anfang dieses Jahres bot das Handelsministerium neun Unternehmen für Quantencomputer und Fertigung zu ähnlichen Bedingungen über 2 Milliarden US-Dollar an. Letztes Jahr kaufte die Regierung rund 10 % von Intel für fast 8,9 Milliarden US-Dollar.
Experten diskutieren, ob dies eine Nationalisierung von KI, Risikokapital aus dem öffentlichen Sektor oder ein anderes Modell darstellt. Chris Miller, Autor von "Chip War", merkt an, dass der Intel-Deal aufgrund der strategischen Bedeutung und der finanziellen Schwierigkeiten des Unternehmens einzigartig war. Er schlägt vor, dass die kleineren Investitionen eher Risikokapital aus dem öffentlichen Sektor ähneln, bei dem Steuerzahler von erfolgreichen Unternehmungen profitieren sollen.
Das Vorgehen der Regierung spiegelt teilweise das Silicon Valley wider, teilweise aufgrund von Wettbewerbsbedrohungen durch China. US-amerikanische Risikokapitalfirmen bevorzugen oft Softwareunternehmen, während Chinas staatlich gelenktes Kapital geduldiger ist und die langfristige industrielle Entwicklung unterstützt. Das Handelsministerium strebt danach, diese Lücke zu schließen, ohne Marktprinzipien vollständig aufzugeben.
Todd Tucker vom Roosevelt Institute stellt den Wert von Eigentum ohne wirksame Kontrolle in Frage. Matt Stoller vom American Economic Liberties Project äußert Bedenken hinsichtlich des Mangels an Transparenz und klaren Regeln bei diesen neuen Investitionsmodellen, die stark vom Präsidenten beeinflusst zu sein scheinen. Er warnt, dass dieser Ansatz ohne eine kohärente Strategie zu Verwirrung führen könnte.