USA will Offenlegung personalisierter Preise vorschreiben
Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) schlägt eine neue Richtlinie vor, die Unternehmen verpflichten würde, personalisierte Preisgestaltung klar offenzulegen. Ziel ist es, Verbraucher vor potenziell unfairen Preisgestaltungspraktiken zu schützen.

Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) plant, die personalisierte Preisgestaltung zu regulieren. Die Behörde warnt, dass Unternehmen, die Preise basierend auf der Zahlungsbereitschaft einer Person und unter Verwendung persönlicher Daten anpassen, gegen Bundesgesetze verstoßen könnten. Die FTC hat zwar keine Befugnis, die Praxis direkt zu verbieten, schlägt jedoch vor, Unternehmen zu verpflichten, ihre Nutzung personalisierter Preise "klar und deutlich" offenzulegen.
"Wenn Verbraucher einen ausgewiesenen Preis sehen, erwarten sie, dass dieser Preis für alle gleich ist, und nicht die Schätzung des Händlers, wie viel sie bereit sind zu zahlen, basierend auf ihren persönlichen Daten", erklärte FTC-Vorsitzender Andrew Ferguson. Digitale Plattformen müssten zudem offenlegen, welche Daten zur Festlegung unterschiedlicher Preise für einzelne Verbraucher verwendet werden. Nichteinhaltung könnte als Verstoß gegen Abschnitt 5 des FTC Act gewertet werden, der unlautere oder irreführende Praktiken verbietet.
Diese Initiative folgt auf Maßnahmen in einigen US-Bundesstaaten, wie dem "Fair Price Protection Act" in New Jersey, der es verbietet, für identische Produkte unterschiedliche Preise basierend auf persönlichen Daten zu verlangen. Senator Joe Cryan kritisierte die "Überwachungspreisgestaltung" als Missbrauch von Technologie, der Verbraucher durch Algorithmen und Daten ausnutzt.
Das Thema hat weitreichende Auswirkungen, insbesondere für Märkte wie Indien, wo E-Commerce- und Schnelllieferplattformen bekannt dafür sind, "Dark Patterns" (manipulative Gestaltungsmerkmale) zu nutzen und Gebühren zu ändern, was zu höheren Endpreisen führt. Obwohl dynamische Preisgestaltung in Indien nicht verboten ist, könnten Unternehmen rechtlichen Schwierigkeiten ausgesetzt sein, wenn sie Kaufhistorie, Standort oder Verhaltensdaten zur Preisänderung ohne Zustimmung oder ausreichende Offenlegung verwenden. Solche Praktiken könnten nach Verbraucherschutzgesetzen und Richtlinien gegen "Dark Patterns" geprüft werden.
Die Bedenken hinsichtlich Preisalgorithmen wachsen weltweit. Ride-Sharing-Apps sahen sich Vorwürfen ausgesetzt, unterschiedliche Preise basierend auf dem Gerätetyp zu verlangen, und Diskussionen über differenzierte Preise haben die Gesetzgebung erreicht. Indien fehlt es derzeit an einem spezifischen Gesetz zur Regulierung personalisierter Preisgestaltung, was Unternehmen potenziell angreifbar macht, wenn sie solche Taktiken ohne Transparenz anwenden.