US-Regulierer und 22 Bundesstaaten verklagen Amazon wegen angeblich versteckter Anzeigenaufschläge
Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) und Generalstaatsanwälte von 22 Bundesstaaten haben Klage gegen Amazon eingereicht. Sie werfen dem E-Commerce-Giganten vor, seit über sieben Jahren überhöhte Gebühren von Werbetreibenden in seinen Suchanzeigenauktionen verlangt zu haben.

Die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) und die Generalstaatsanwälte von 22 Bundesstaaten haben Klage gegen Amazon eingereicht. Sie werfen dem E-Commerce-Giganten vor, Werbetreibende in seinen Suchanzeigenauktionen seit über sieben Jahren überhöhte Gebühren berechnet zu haben. Die Klageschrift behauptet, Amazon habe die Werbekosten heimlich erhöht und den Werbetreibenden ohne deren Wissen Dutzende von Milliarden Dollar entzogen.
Die Klage, die beim Bezirksgericht des westlichen Distrikts von Washington eingereicht wurde, konzentriert sich auf die Auktionspraktiken von Amazon für Werbung. Das Unternehmen hatte Werbetreibenden zuvor mitgeteilt, dass es eine „Zweitpreis“-Auktion verwendet, bei der der Höchstbietende gewinnt und einen Cent mehr als das nächsthöhere Gebot zahlt. Dieses Modell, bekannt als verallgemeinerte Zweitpreisauktion (GSP), ist ein Industriestandard, der Bieter normalerweise dazu ermutigt, ihren wahren Wert zu bieten.
Die Klageschrift behauptet jedoch, dass Amazon seine Auktionsregeln um 2019 herum geändert hat, ohne die Werbetreibenden zu benachrichtigen. Anstelle einer echten GSP-Auktion soll Amazon den Werbetreibenden etwa 80 % der Fälle ihr eigenes, höchstes Gebot berechnet haben. Dies habe die Auktion effektiv in ein Erstepreis-System umgewandelt und eine nicht offengelegte Marge, intern als „weicher Mindestpreis“ bezeichnet, enthalten. Interne Dokumente, auf die in der Klageschrift Bezug genommen wird, deuten darauf hin, dass Amazon eingeräumt hat, dies sei eine „clevere, nicht-transparente Methode, den ersten Preis zu verlangen“.
Laut der FTC generierte dieses System Dutzende von Milliarden Dollar an Einnahmen, indem es die Preise erhöhte, einschließlich größerer Steigerungen während stark frequentierter Ereignisse wie Prime Day und Black Friday. Die Klageschrift besagt, dass Amazon mit erheblichen Gegenreaktionen rechnete, falls Werbetreibende die Änderung entdecken würden, und die Preisinflation jahrelang vertuschte. Das Unternehmen soll Werbetreibenden, die das Auktionsformat in Frage stellten, irreführende Antworten gegeben haben, aus Angst vor „irreversiblem Schaden für das Vertrauen der Werbetreibenden“.
Die Klage umfasst Bundesstaaten wie Alaska, Arizona, Kalifornien, Colorado, Florida und New York. Die FTC und die Bundesstaaten argumentieren, dass Amazons Handlungen nicht nur irreführend waren, sondern auch den Wettbewerb beeinträchtigten und das Vertrauen der Werbetreibenden in die Plattform untergruben. Die Vorwürfe basieren auf internen Amazon-Dokumenten und Mitarbeitererklärungen, die angeblich eine bewusste Strategie zur Maximierung der Einnahmen durch versteckte Gebühren aufdecken.