USA und Iran einigen sich auf Rahmenabkommen – Experte warnt
Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die USA und der Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beilegung ihres Konflikts geeinigt. Die Unterzeichnung des Abkommens soll am Freitag in Genf stattfinden.

Die Vereinigten Staaten und der Iran haben sich nach wochenlangen Verhandlungen auf ein Rahmenabkommen verständigt, das zur Beendigung des Konflikts beitragen soll. Die Einigung, die auch von Pakistan als Vermittler bestätigt wurde, wurde am Sonntag bekannt gegeben und soll am Freitag, dem 19. Juni, in Genf unterzeichnet werden. Laut Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif haben beide Seiten eine sofortige und endgültige Einstellung der Militäroperationen an allen Fronten sowie ein Ende des Konflikts zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon vereinbart.
Der genaue Wortlaut der Vereinbarung wurde bislang nicht veröffentlicht. Ein zentraler Punkt des Abkommens betrifft die Wiedereröffnung der Straße von Hormus, einer entscheidenden Wasserstraße für den globalen Öl- und Gasverkehr. Die Meerenge wird erst nach der Unterzeichnung des Abkommens wieder für den Schiffsverkehr freigegeben, wobei Minenräumungsarbeiten als Grund angeführt werden. Gleichzeitig hat der US-Präsident die umgehende Aufhebung der amerikanischen Seeblockade iranischer Häfen angeordnet, eine zentrale Forderung Teherans. Die Ölpreise fielen kurz nach Bekanntwerden der Einigung deutlich.
Die iranische Seite betrachtet die Vereinbarung als mehr als nur einen Waffenstillstand. Laut einem strategischen Berater des iranischen Verhandlungsführers hat der Iran die USA dazu gebracht, Garantien auch im Namen Israels zu unterzeichnen, was Washington zuvor stets abgelehnt hatte. Das Abkommen schafft zudem die Grundlage für weitere Verhandlungen über das iranische Atomprogramm, die innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden sollen.
Experten warnen jedoch vor voreiligem Optimismus. Ein Kommentator bezeichnete die Situation als "nicht einmal den Anfang vom Ende". Die breiteren politischen Auswirkungen auf die Stabilität im Nahen Osten bleiben ungewiss, ebenso wie potenzielle Veränderungen in den Beziehungen zwischen den USA und Israel, die sich aus diesem Abkommen ergeben könnten.