Werteinventur deckt verborgene Motivationen von Führungskräften auf
Coaches berichten, dass schwierige Karriereentscheidungen für Führungskräfte oft aus widersprüchlichen Werten und unbemerkten Motivationen resultieren.

Viele Führungskräfte stehen vor herausfordernden Karriereentscheidungen, die weniger auf Informationsmangel als auf widersprüchliche Werte zurückzuführen sind. Laut Führungskräftecoaches können unbemerkte „Schattenwerte“ entscheidend für das Verständnis dieser Schwierigkeiten sein.
Der Prozess beginnt typischerweise mit der Identifizierung offen gelebter Prinzipien wie Integrität, Familie oder Exzellenz. Darauf folgt die Erforschung weniger angenehmer, aber dennoch einflussreicher Motivationen wie Anerkennung, Status, finanzielle Sicherheit, Autorität oder Stabilität. Diese Schattenwerte sind nicht grundsätzlich negativ, aber ihre Ignoranz kann zu Inkonsistenz und Entscheidungsblockaden führen.
Eine Fallstudie beschreibt eine Ärztin, die erkannte, dass ihr Streben nach Anerkennung, das sie zunächst als narzisstisch abtat, ihre Entscheidungen bezüglich prestigeträchtiger Ausschüsse und ihre Reaktionen auf Lob maßgeblich beeinflusste. Die Anerkennung dieses Schattenwertes ermöglichte ein klareres Verständnis ihres eigenen Verhaltens und ihrer Entscheidungen.
Coaches erklären, dass Schattenwerte oft aus früheren Anpassungen stammen, die für den Erfolg notwendig waren. Die entscheidende Frage ist nicht, ob diese Werte existieren, sondern ob sie dem Individuum weiterhin konstruktiv dienen. Anstelle von Selbstkritik wird ein neugieriger Ansatz empfohlen: das Verständnis für den Ursprung des Wertes und ob er heute den gleichen Einfluss verdient.
Selbstwahrnehmung beinhaltet die Identifizierung, nicht die Eliminierung, unangenehmer Motivationen. Angesichts einer schwierigen Entscheidung wird geraten zu fragen: Welche Motivation habe ich bisher ungern zugegeben, dass sie diese Wahl beeinflusst? Die Antwort mag die Optionen nicht ändern, kann aber maßgeblich beeinflussen, wie sie bewertet werden.