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Wissenschaft

Umfangreicher Röntgenkatalog enthüllt Millionen kosmischer Objekte

Das deutsche eROSITA-Konsortium hat den größten jemals veröffentlichten Röntgenquellenkatalog freigegeben, der Daten von Millionen ferner Sterne, Schwarzer Löcher und unserer eigenen Galaxie enthält.

14. Juni 2026
Umfangreicher Röntgenkatalog enthüllt Millionen kosmischer Objekte

Das deutsche eROSITA-Konsortium hat die Daten seines Anteils an der ersten Himmelsdurchmusterung des Weich-Röntgen-Teleskops des Spectrum-RG (SRG)-Satelliten veröffentlicht. Der resultierende Katalog, eRASS1, umfasst etwa 900.000 Quellobjekte und ist damit der größte jemals veröffentlichte Röntgenkatalog. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung enthielt der Katalog schätzungsweise 710.000 supermassereiche Schwarze Löcher in fernen Galaxien, 180.000 Röntgenstrahlen emittierende Sterne in der Milchstraße und 12.000 Galaxienhaufen.

Parallel zur Datenveröffentlichung wurden fast 50 neue wissenschaftliche Publikationen des Konsortiums eingereicht, die auf den Erkenntnissen basieren. "Dieser Katalog von Röntgenquellen ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung von Methoden der künstlichen Intelligenz in der Astrophysik und Kosmologie", erklärte Professor Sven Krippendorf von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU).

Die eRASS1-Beobachtungen fanden zwischen dem 12. Dezember 2019 und dem 11. Juni 2020 statt. In nur sechs Monaten entdeckte eROSITA mehr Quellen als in den 60 Jahren der Röntgenastronomie zuvor identifiziert worden waren. Der Katalog sowie die zugehörige Analysesoftware sind nun der weltweiten wissenschaftlichen Gemeinschaft zugänglich und versprechen, das Verständnis des energiereichen Universums voranzutreiben.

Forscher der LMU tragen auch zur physikalischen Interpretation der eRASS-Daten bei, indem sie diese mit großräumigen kosmologischen Simulationen vergleichen. "Es ist erstaunlich, mit den eRASS-Daten zum ersten Mal eine einzelne Gasfaser so weit entfernt von einem Galaxienhaufen zu entdecken", bemerkte ein Forschungsteam der LMU.

Zukünftige Daten von eROSITA, das seine Himmelsdurchmusterung fortsetzt, werden in den kommenden Jahren der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung gestellt.

Originalquelle: lmu.de