Venture Capital benötigt bessere Daten, nicht nur schnellere KI
Die Venture-Capital-Branche stützt sich zu stark auf den Charme der Gründer, was zu Datenasymmetrie führt. Der wahre Wert liegt in tieferer, zuverlässigerer Datennutzung, argumentiert Henrik Landgren.

Venture-Capital-Investitionen stützen sich traditionell stark auf den Charisma und den "It-Faktor" von Gründern, was zu einer erheblichen Datenasymmetrie führt. Henrik Landgren, Mitbegründer von Gilion und ehemaliger VP of Analytics bei Spotify, argumentiert, dass Investoren oft selektiv aufbereitete Daten von Gründern erhalten, was die Qualität von Investitionsentscheidungen beeinträchtigt.
Landgren betont, dass der Einsatz von KI zur reinen Beschleunigung der Berichterstellung oder Zusammenfassung von Pitches oberflächlich ist. Die eigentliche Herausforderung liegt darin, wie Unternehmen bessere Dateninfrastrukturen aufbauen und Daten objektiv zur Analyse tatsächlicher Geschäftsabläufe nutzen können. Gemäß dem Prinzip "Garbage in, garbage out" ist KI nur so effektiv wie die Daten, die sie verarbeitet.
Investoren sollten darauf abzielen, direkten Zugang zu Daten zu erhalten, die die operative Realität eines Unternehmens widerspiegeln, wie z. B. Zahlungs- und Marketingdaten oder Buchhaltungsunterlagen, anstatt sich ausschließlich auf von Gründern bereitgestellte Informationen zu verlassen. Dies würde die frühzeitige Erkennung verborgener Mängel und Risiken ermöglichen und die Zeit der Analysten für wichtigere Aufgaben, wie die Bewertung des Teams, freisetzen.
Landgren hebt hervor, dass ein besserer Datenzugang Investitionen nicht behindert, sondern im Gegenteil helfen kann, übersehene potenzielle Chancen zu identifizieren. Der Wettbewerb verschärft sich, und Geschwindigkeit sowie Entscheidungsfindung auf Basis verlässlicher Daten sind entscheidende Vorteile. In Zukunft, mit der zunehmenden Verbreitung KI-gestützter Technologien, werden sich traditionelle Bewertungskriterien verschieben und neue Ansätze erfordern.