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Gesundheit

Viren als Krebstherapie: Potenzial und Anwendung

Onkolytische Viren sind speziell entwickelte Viren, die Krebszellen angreifen und zerstören. Forscherin Prof. Dr. Dorothee von Laer erläutert die Funktionsweise und das Potenzial dieser neuartigen Therapie.

11. Juni 2026
Viren als Krebstherapie: Potenzial und Anwendung

Speziell modifizierte Viren, die darauf abzielen, Krebszellen zu infizieren und zu zerstören, stellen einen aufkommenden Ansatz in der Krebstherapie dar. Das erste onkolytische Virus erhielt 2015 die Zulassung in Europa, und weitere Varianten befinden sich in der Entwicklung.

Professorin Dr. Dorothee von Laer vom Institut für Virologie an der Medizinischen Universität Innsbruck erklärt, dass onkolytische Viren Tumorzellen infizieren und sich darin vermehren, was letztendlich zur Zerstörung der Zelle führt. Der Begriff „onkLytisch“ bedeutet wörtlich „Krebs zerstörend“.

Diese Viren, entweder natürlich vorkommend oder gentechnisch verändert, sind darauf ausgelegt, sich ausschließlich in Krebszellen zu replizieren. Gesunde menschliche Zellen können die Vermehrung onkolytischer Viren effektiv abwehren oder unterdrücken. Krebszellen weisen oft einen erhöhten Stoffwechsel auf und verfügen möglicherweise nicht über die angeborenen antiviralen Abwehrmechanismen gesunder Zellen, was sie zu empfänglicheren Zielen macht.

Die Anwendung onkolytischer Viren wird auch in Kombination mit anderen Therapieformen wie Immuntherapien und spezifischen Krebsimpfstoffen erforscht. Sie können dazu beitragen, das Immunsystem zur Bekämpfung von Krebs zu aktivieren, und die Kombination mit anderen immunmodulierenden Behandlungen kann die therapeutischen Ergebnisse erheblich verbessern.

Originalquelle: pharma-fakten.de