Volkswagen plant größte Umstrukturierung der Firmengeschichte: 100.000 Stellen weg, vier deutsche Werke vor dem Aus
Volkswagen plant offenbar die größte Umstrukturierung seiner Geschichte mit bis zu 100.000 Stellenstreichungen und der möglichen Schließung von vier deutschen Werken, um Druck und Kosten zu begegnen.

Volkswagen plant die weitreichendste Umstrukturierung seiner Firmengeschichte, die potenziell bis zu 100.000 Arbeitsplätze abbauen und die Schließung von vier Werken in Deutschland vorsehen könnte. Der Europas größte Autobauer steht unter erheblichem Druck durch hohe Kosten im Inland, Überkapazitäten, den Wettbewerb durch chinesische Hersteller und mögliche US-Zölle. Die Pläne sollen am Donnerstag in einer wichtigen Aufsichtsratssitzung beraten werden.
Diese Umstrukturierung ist eine Reaktion auf die Herausforderungen, die den Aktienkurs von Volkswagen auf den niedrigsten Stand seit Juli 2010 gedrückt haben und zu einer unterdurchschnittlichen Performance im Vergleich zu Hauptkonkurrenten geführt haben. Während die Gewinnmargen europäischer Hersteller wie Volkswagen und Stellantis sinken, zeigen US-Konkurrenten wie Ford und General Motors Anzeichen einer Erholung. Ziel ist es, das Geschäftsmodell zu reformieren, das den Konzern jahrzehntelang getragen hat.
Quellen zufolge erwägt Vorstandschef Oliver Blume die Schließung der Werke in Hannover, Emden und Zwickau sowie des Audi-Werks in Neckarsulm. Diese Maßnahmen würden, zusammen mit dem erheblichen Beschäftigungsabbau, die zuvor diskutierten Stellenkürzungen verdoppeln. Die Umstrukturierung soll dazu dienen, die Kosten im gesamten Konzern zu senken, zu dem auch Marken wie Audi und Porsche gehören.
Der Entscheidungsfindungsprozess wird durch die komplexe Führungsstruktur von Volkswagen erschwert, der Vertreter der Familien Porsche und Piëch, der Gewerkschaften sowie der deutschen Bundesland Niedersachsen angehören. Bei früheren Umstrukturierungen konnten die Gewerkschaften erfolgreich Werkschließungen in Deutschland abwenden, was zur Suche nach alternativen Nutzungskonzepten für unterausgelastete Standorte führte.
Arbeitnehmervertreter, angeführt von der mächtigen IG Metall, mobilisieren gegen die vorgeschlagenen Kürzungen und Schließungen. Christiane Benner, Vorsitzende der IG Metall und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen, hat erklärt, dass die Gewerkschaft solche Maßnahmen nicht zulassen werde und fordert von der Führung und den politisch Verantwortlichen praktikable Lösungen, um die deutsche Produktion zu sichern und unfairem Wettbewerb entgegenzuwirken.