Wasserkonkurrenz birgt Risiken für Energiewende und Bergbau
Ein neuer ICMM-Bericht zeigt, dass fast zwei Drittel der weltweiten Bergbau- und Metallbetriebe erheblichen physischen Wassergefahren ausgesetzt sind, darunter Wasserstress und Dürre.

Fast zwei Drittel der weltweiten Bergbau- und Metallbetriebe befinden sich in Gebieten mit erheblichen physischen Wassergefahren, so eine neue Analyse des International Council on Mining and Metals (ICMM). Der Bericht hebt hervor, dass die steigende Nachfrage nach Rohstoffen für saubere Energie die Situation durch verstärkte Konkurrenz um Wasser zwischen der Bergbauindustrie und anderen Verbrauchern verschärft.
Die Analyse zeigt, dass 65,7 % der Bergbau- und Metallbetriebe weltweit bei mindestens einem Indikator für physische Wassergefahren einem hohen Risiko ausgesetzt sind. Insbesondere befinden sich 38,2 % der Anlagen in Einzugsgebieten mit hohem oder extrem hohem Grundwasserstress oder in trockenen Regionen. Darüber hinaus verzeichnen 27,4 % der Betriebe einen signifikanten Grundwasserrückgang, und 27 % sind einem hohen Dürrerisiko ausgesetzt, was Dürre zur zweithäufigsten Risikokategorie macht.
„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Wasser bereits ein kritisches Thema für den Bergbau- und Metallsektor ist“, sagte Dr. Emma Gagen, Leiterin für Daten und Forschung bei ICMM. „Wenn Wassergefahren nicht besser verstanden und in der gesamten Wirtschaft gemanagt werden, riskieren wir, unbeabsichtigt erhebliche Einschränkungen für die Energiewende einzuführen.“
Der Bericht stellt ferner fest, dass die Wassergefahren zwar global sind, ihre Natur jedoch je nach geografischem Standort und Rohstoff variiert. An einigen Standorten, wie in Chile, sind 85,8 % der Betriebe gleichzeitig von Wasserstress und jährlichen Schwankungen der Wasserverfügbarkeit betroffen. Der Bericht basiert auf der aktualisierten globalen Bergbau-Datenbank des ICMM, die 12.000 Anlagen umfasst.
Akteure und politische Entscheidungsträger benötigen ein besseres Verständnis der Wassergefahren, um die Rohstoffversorgung für zukünftige Energiebedürfnisse sicherzustellen. ICMM strebt danach, zuverlässige Daten zur Unterstützung der Entscheidungsfindung und zur Förderung eines nachhaltigen Wassermanagements bereitzustellen.