Welthungerhilfe warnt vor humanitärer Katastrophe im Sudan
Die Gewalteskalation im Sudan verschärft die ohnehin angespannte humanitäre Lage. Nahrungsmittel- und Wasserreserven gehen zur Neige, während die Menschen aus Angst vor den Kämpfen ihre Häuser nicht verlassen können.

Die Welthungerhilfe äußert sich besorgt über die zunehmende Gewalt im Sudan. Die anhaltenden Kämpfe verschärfen die bereits schwierige humanitäre Situation der Bevölkerung dramatisch. Seit Tagen sind viele Familien in ihren Häusern eingeschlossen, ihre Vorräte an Nahrung und Trinkwasser schwinden.
Bereits vor Ausbruch der aktuellen Kämpfe litten laut Welthungerhilfe 9,6 Millionen Menschen – fast jeder Fünfte – im Sudan an Hunger. Insbesondere die westliche Region Darfur ist von der Krise betroffen. Die Organisation berichtet von zerstörten Märkten und blockierten Versorgungsrouten, was eine humanitäre Katastrophe zur Folge hat.
„Unsere Kollegen berichten von anhaltenden Kämpfen. Den Familien gehen die Vorräte aus und die Wasserversorgung ist zusammengebrochen, doch jeder Gang vor die Tür ist lebensgefährlich. Hunger darf nicht als Waffe genutzt werden“, erklärt Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe. Er fordert einen sofortigen Waffenstillstand und die Einrichtung humanitärer Korridore.
Mogge betont die Notwendigkeit, den Menschen Zugang zu lebensnotwendiger Hilfe zu ermöglichen und appelliert an die internationale Gemeinschaft, weitere Todesfälle zu verhindern. Die Welthungerhilfe will ihre Arbeit im Sudan fortsetzen, sobald die Sicherheitslage dies zulässt. Die anhaltenden Konflikte haben bereits 3,7 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Der Sudan steht laut UN-Angaben an 106. Stelle von 122 Ländern im Welthunger-Index, und 15,8 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.