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Wissenschaft

Igel auf internationaler Roter Liste als "potenziell gefährdet" eingestuft

Der west­europäische Igel wird erstmals auf der roten Liste der IUCN als "potenziell gefährdet" geführt. Der Rückgang der Bestände, auch in Bayern, macht Schutzmaßnahmen im eigenen Garten notwendig.

14. Oktober 2026
Igel auf internationaler Roter Liste als "potenziell gefährdet" eingestuft

Der west­europäische Igel (Erinaceus europaeus) ist erstmals auf der internationalen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als "potenziell gefährdet" eingestuft worden. Diese Einstufung verdeutlicht, dass der Artenrückgang nicht nur ferne Regionen betrifft, sondern auch heimische Gärten. Laut dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern (LBV) sind die Bestände in über der Hälfte der Lebensräume zurückgegangen, darunter auch in Deutschland und insbesondere in Bayern.

Der LBV führt den Rückgang der Igelpopulation auf mehrere Faktoren zurück, die in von Menschen geprägten Umgebungen häufig vorkommen. Dazu gehören die Folgen des Insektensterbens, die Zersiedelung von Grünflächen, der Einsatz von Giftstoffen sowie die Nutzung von Mährobotern in der Dämmerung. Extreme Wetterereignisse im Zuge des Klimawandels, wie langanhaltende Trockenheit und Starkregen, verschärfen die Bedrohungslage zusätzlich.

Der LBV ruft dazu auf, die eigenen Gärten igelfreundlicher zu gestalten. Unterschlupfmöglichkeiten wie Laub- und Reisighaufen, dichte Büsche oder Steinhaufen bieten Schutz. Gartenbesitzer werden gebeten, auf große Aufräumaktionen im Herbst zu verzichten, um die Tiere während der Winterruhe nicht zu stören. Auch der Einsatz von Mährobotern sollte in den Abend- und Nachtstunden, wenn die Igel auf Nahrungssuche sind, unterlassen werden.

Darüber hinaus betont der LBV die Notwendigkeit, auf chemische Dünger, Insektizide, Pestizide und Schneckenkorn im Garten zu verzichten. Diese Substanzen beeinträchtigen die Nahrungskette der Igel und können tödlich sein. Die Schaffung struktureller Vielfalt durch Blumenwiesen, Hecken und Stauden ist förderlich. Kleine Durchgänge (ca. 10x10 cm) in Zäunen ermöglichen es den Igeln, zwischen Gärten zu wechseln und erweitern somit ihr Revier und ihre Nahrungsquellen.

Seit zehn Jahren sammelt der LBV Daten zu Igel-Sichtungen in Bayern und bittet die Bevölkerung um Meldungen. Diese Daten sind entscheidend für die Überwachung des Überlebens der Igel in einer sich verändernden Landschaft und fließen auch in ein bundesweites Melde­projekt ein.

Originalquelle: lbv.de