WhatsApp-Benutzernamen: Erhöhen oder verringern sie Betrugsfälle?
Indische Behörden fordern Meta auf, die Einführung der neuen WhatsApp-Benutzernamenfunktion im Land auszusetzen, da Bedenken bestehen, dass sie Online-Betrug fördern könnte.

Meta wurde von der indischen Regierung aufgefordert, die Einführung der neuen WhatsApp-Benutzernamenfunktion im Land auszusetzen. Grund dafür sind Bedenken, dass die Funktion Online-Betrug und Scam-Aktivitäten fördern könnte.
Die Funktion, die es Nutzern ermöglicht, eindeutige Benutzernamen anstelle von Telefonnummern zu erstellen, wurde ursprünglich Ende Juni 2026 angekündigt. Meta behauptete, sie würde die Privatsphäre der Nutzer verbessern und Phishing- sowie SIM-Swap-Angriffe reduzieren. Das indische Ministerium für Elektronik und Informationstechnologie (MeitY) wies Meta jedoch kurz darauf an, die Einführung in Indien zu stoppen und zu erklären, wie potenzielle Risiken gemindert werden könnten.
Laut Ministerium könnten Benutzernamen "die Häufigkeit von Online-Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl erheblich erhöhen", da sie es böswilligen Akteuren ermöglichen, Opfer zu kontaktieren. WhatsApp wurde angewiesen, die Funktion für indische Nutzer nicht zu aktivieren, bis diese Bedenken ausgeräumt sind. Die Funktion bleibt in Indien ausgesetzt, obwohl sie in ausgewählten internationalen Märkten bereits eingeführt wurde.
Indien ist mit über 853 Millionen Nutzern der größte Markt für WhatsApp. Die Einwände der Regierung haben angesichts der eskalierenden Cyberkriminalitätslandschaft des Landes Gewicht. Schätzungen zufolge haben Inder im Jahr 2025 rund 2,7 Milliarden US-Dollar durch Cyberkriminalität verloren. Sicherheitsexperten äußerten auch Bedenken, dass der Ersatz von Telefonnummern durch Benutzernamen die Rückverfolgung und Verantwortlichkeit von Tätern erschweren könnte.
Meta sieht in Benutzernamen auch strategische Vorteile, da sie eine gemeinsame Identitätsschicht über WhatsApp, Instagram und Facebook hinweg schaffen können. Diese Entwicklung hat Bedenken bei Sicherheitsexperten und politischen Entscheidungsträgern geweckt, die eine Zunahme neuer Betrugsformen befürchten.