WHO-Ausschuss prüft seltene Blutgerinnungsstörungen bei AstraZenecas Impfstoff
Der Impfstoffsicherheitsausschuss der WHO hat seltene Blutgerinnungsereignisse im Zusammenhang mit AstraZenecas COVID-19-Impfstoffen Vaxzevria und Covishield überprüft.

Das Global Advisory Committee on Vaccine Safety (GACVS) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat seltene Blutgerinnungsstörungen und niedrige Blutplättchenwerte, bekannt als Thrombose mit Thrombozytopenie-Syndrom (TTS), im Zusammenhang mit AstraZenecas COVID-19-Impfstoffen Vaxzevria und Covishield überprüft. Laut GACVS ist das Risiko für TTS im Zusammenhang mit diesen Impfstoffen nach den neuesten verfügbaren Daten sehr gering.
Daten aus dem Vereinigten Königreich deuten auf ein Risiko von etwa vier Fällen pro Million Impfdosen hin, während die Schätzungen in der Europäischen Union bei etwa einem Fall pro 100.000 Dosen liegen. GACVS betonte, dass Nutzen-Risiko-Analysen die lokale epidemiologische Situation, einschließlich der Inzidenz und Mortalität von COVID-19, die Zielaltersgruppen und die Verfügbarkeit alternativer Impfstoffe berücksichtigen sollten.
Der biologische Mechanismus, der zu TTS führt, wird noch untersucht, ein plattformspezifischer Mechanismus im Zusammenhang mit Adenovirus-Vektorimpfstoffen kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Laufende Überprüfungen von TTS-Fällen und verwandter Forschung sollten alle Impfstoffe umfassen, die Adenovirus-Vektorplattformen verwenden. TTS wurde nicht mit mRNA-Impfstoffen in Verbindung gebracht. Eine Untersuchung von TTS nach der Impfung mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff ist ebenfalls im Gange.
GACVS unterstützt weitere Forschungen zur Klärung von Risikofaktoren wie Alter und Geschlecht, da vorläufige Daten auf ein erhöhtes Risiko bei jüngeren Erwachsenen und Frauen hindeuten, obwohl weitere Analysen zur Bestätigung dieser Ergebnisse erforderlich sind. Der Ausschuss empfiehlt zusätzliche epidemiologische, klinische und mechanistische Studien, um TTS vollständig zu verstehen.
Ärzte werden gebeten, auf Symptome von TTS wie neue, schwere, anhaltende Kopfschmerzen oder andere signifikante Symptome wie Bauchschmerzen und Atemnot, die 4 bis 20 Tage nach einer Adenovirus-Vektor-Impfung auftreten, zu achten. Bei Verdacht auf TTS sollten Thrombosen und Blutplättchenspiegel untersucht und die Verabreichung von Heparin aufgrund möglicher nachteiliger Auswirkungen vermieden werden.