WHO empfiehlt 29 Maßnahmen zur Verhinderung chirurgischer Infektionen
Neue Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zielen darauf ab, postoperative Infektionen zu reduzieren und die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen einzudämmen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat 29 Empfehlungen veröffentlicht, die darauf abzielen, Infektionen an chirurgischen Eintrittsstellen zu verhindern und der wachsenden Bedrohung durch Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken. Die Richtlinien betonen die Vorbereitung von Patienten vor der Operation, einschließlich Duschen oder Baden, und raten vom Rasieren vor dem Eingriff ab.
Eine zentrale Empfehlung besagt, dass Antibiotika nur vor und während der Operation zur Infektionsprävention eingesetzt werden sollten, nicht danach. Diese Maßnahme gilt als entscheidend für die Verlangsamung der Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen, einer globalen Herausforderung für die moderne Medizin.
Die Empfehlungen basieren auf der Auswertung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse durch 20 führende Experten. Sie decken ein breites Spektrum von Maßnahmen ab, von Hygienepraktiken wie Händewaschen für chirurgische Teams bis hin zu Empfehlungen für den Einsatz von Antiseptika und die Auswahl von Nahtmaterial. Laut WHO gefährden Infektionen an chirurgischen Eintrittsstellen jährlich Millionen von Patientenleben und verursachen erhebliche Zusatzkosten für die Gesundheitssysteme.
Die WHO hebt hervor, dass Infektionen an chirurgischen Eintrittsstellen zu längeren Krankenhausaufenthalten und höheren Gesundheitskosten führen, insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen. In den Vereinigten Staaten sollen diese Infektionen jährlich Hunderte Millionen Dollar an zusätzlichen Kosten verursachen. Die neuen internationalen Richtlinien sind für die universelle Anwendung konzipiert und ergänzen die bestehende Chirurgische Sicherheitscheckliste der WHO durch detailliertere Ratschläge zur Infektionsprävention.