WHO-Bericht: Zunehmender Schulstress und sinkende familiäre Unterstützung für Jugendliche, besonders Mädchen
Ein neuer Bericht des WHO-Regionalbüros für Europa und der HBSC-Studie zeigt einen besorgniserregenden Rückgang der familiären Unterstützung für Jugendliche, insbesondere Mädchen, bei gleichzeitig steigendem Schulstress. Dies beeinträchtigt die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden.

Ein neuer Bericht des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation für Europa (WHO EuroHSC) und der Studie "Health Behaviour in School-aged Children" (HBSC) hebt einen besorgniserregenden Rückgang der Unterstützung hervor, die Jugendliche in Europa, Zentralasien und Kanada von ihrem sozialen Umfeld erhalten. Die HBSC-Umfrage 2021/2022, an der fast 280.000 Jugendliche im Alter von 11, 13 und 15 Jahren aus 44 Ländern teilnahmen, ergab, dass nur 68 % ein hohes Maß an familiärer Unterstützung berichteten, ein signifikanter Rückgang gegenüber der Umfrage von 2018.
Gleichzeitig haben sich offenbar die schulischen Anforderungen erhöht. Insbesondere junge Mädchen erleben zunehmenden Druck: 63 % der 15-jährigen Mädchen berichten von übermäßiger schulischer Belastung, verglichen mit 54 % im Jahr 2018. Bei den Jungen war der Anstieg weniger deutlich (43 % gegenüber 40 %).
Der Bericht beleuchtet auch soziale Ungleichheiten, da Jugendliche aus weniger wohlhabenden Familien durchweg niedrigere Unterstützungsniveaus melden als ihre privilegierten Altersgenossen. Deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede zeigten sich auch in der Kommunikation mit den Eltern, wobei Mädchen jedoch eine stärkere gegenseitige Unterstützung untereinander berichteten als Jungen.
Diese Trends geben Anlass zu Sorge hinsichtlich der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens von Millionen von Jugendlichen. Die Autoren des Berichts fordern koordinierte Maßnahmen auf allen Ebenen, um ein unterstützenderes Umfeld zu schaffen und die Systeme zu stärken, auf die sich Jugendliche verlassen, sowie die sozialen Determinanten der Gesundheit anzugehen.