WHO-Bericht: Tabakkonsum schadet Kindergesundheit und -entwicklung erheblich
Ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beleuchtet die verheerenden Auswirkungen von Tabakkonsum und Passivrauchen auf Kinder während der Schwangerschaft und Kindheit. Der Bericht fordert Schutzmaßnahmen.

Ein neuer Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit dem Titel „Tabakkontrolle zur Verbesserung der Kindergesundheit und -entwicklung“, der am 16. März 2021 in Genf veröffentlicht wurde, fordert eine erhöhte Sensibilisierung von Fachleuten im Gesundheitswesen und politischen Entscheidungsträgern für die Bedeutung strenger Tabakkontrollmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit und Entwicklung von Kindern.
Die Exposition gegenüber Tabakrauch während der Schwangerschaft und Kindheit wird mit Geburtsfehlern, Totgeburten, Frühgeburten und Säuglingstod in Verbindung gebracht. Mütterliches Rauchen während der Schwangerschaft verdoppelt das Risiko eines plötzlichen Kindstods, während die Exposition gegenüber Passivrauch das Risiko für angeborene Fehlbildungen erhöht.
Der Bericht zeigt, dass Passivrauchen jährlich etwa 1,2 Millionen Todesfälle verursacht, davon 65.000 bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren. Kinder, deren Betreuer rauchen, haben eine fast 70 % höhere Wahrscheinlichkeit, bis zum Alter von 15 Jahren mit dem Rauchen zu beginnen.
„Die Exposition gegenüber passiver Tabakrauch beeinträchtigt das Überleben, die Gesundheit und die Entwicklung von Kindern vor und nach der Geburt“, sagte Dr. Bernadette Daelmans, Leiterin der Abteilung für Kindergesundheit und -entwicklung bei der WHO. „Es gibt keine sichere Exposition gegenüber Tabakrauch. Er schadet der Gesundheit eines Kindes ernsthaft und kann dazu führen, dass ein Kind später Tabak konsumiert, was das Risiko für schwere Gesundheitsschäden im gesamten Leben erhöht.“
Der Bericht betont, dass Tabakkontrolle eine kosteneffiziente Maßnahme zur Verbesserung der Kindergesundheit ist und fordert Maßnahmen wie das Verbot von Tabakwerbung, die Umsetzung von 100 % rauchfreien Umgebungen und die Erhöhung von Tabaksteuern. Weltweit haben 62 Länder bereits umfassende rauchfreie Richtlinien eingeführt, um die Chancen ihrer Kinder auf eine gesündere Zukunft zu verbessern.