WHO fordert Regulierung von Gesundheits-KI, bevor Lücken irreversibel werden
Dr. Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, betont die dringende Notwendigkeit einer Steuerung für KI im Gesundheitswesen. Nur 8 % der Länder in der WHO-Europaregion verfügen über eine spezifische KI-Strategie für das Gesundheitswesen.

Dr. Hans Kluge, WHO-Regionaldirektor für Europa, hat dringend die Einrichtung von Regulierungsrahmen für künstliche Intelligenz (KI) im Gesundheitswesen gefordert. Er warnte, dass Lücken in der Governance irreversibel werden könnten. Kluge erklärte am 15. Juli 2026 in Lissabon, dass nur acht Prozent der Länder in der WHO-Europaregion derzeit dedizierte KI-Strategien für das Gesundheitswesen besitzen.
Kluge betonte, dass proaktive Maßnahmen erforderlich sind, um die verantwortungsvolle und ethische Implementierung von KI-Technologien im Gesundheitssektor zu gewährleisten. Er dankte Portugals Gesundheitsministerin Ana Paula Martins für die Ausrichtung der Veranstaltung und würdigte die kontinuierlichen Investitionen Portugals in Gesundheitsinnovationen als entscheidend für die Förderung dieser Agenda.
Die Aussage unterstreicht eine wachsende Besorgnis über die rasante Entwicklung von KI und das Potenzial für Ungleichheiten bei ihrer Anwendung in verschiedenen Gesundheitssystemen. Der geringe Prozentsatz der Länder mit spezifischen Strategien deutet auf einen fragmentierten Ansatz hin, der zu ungleichen Vorteilen durch KI-gesteuerte Gesundheitslösungen oder zu Risiken im Zusammenhang mit ungeregelter Implementierung führen könnte.
Dieser Aufruf zur Governance steht im Einklang mit breiteren internationalen Diskussionen über die ethischen Auswirkungen von KI. Der Fokus der WHO auf Regulierung zielt darauf ab, ein kollaboratives Umfeld für die Entwicklung von Standards zu fördern, die den sicheren, effektiven und gerechten Einsatz von KI zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsversorgung in der europäischen Region und darüber hinaus gewährleisten.